72 Tiger sterben in thailändischen Touristenparks – war es vermeidbar?
Jonas Günther72 Tiger sterben in thailändischen Touristenparks – war es vermeidbar?
72 Tiger sterben in zwei nordthailändischen Einrichtungen nach Krankheitsausbrüchen
Die Todesfälle haben die Besorgnis über die Haltung von Tigern in Touristenparks neu entfacht. Tierschutzorganisationen beschreiben die Bedingungen als überbelegt und gefährlich für die Tiere.
Die jüngste Tragödie folgt auf langjährige Kritik an der Art und Weise, wie Tiger in solchen Attraktionen gehalten werden. Dort leben sie oft in engen Gehegen und werden gezwungen, täglich mit Besuchern zu interagieren.
Die Tiere starben an einer Infektion mit dem Staupevirus sowie an bakteriellen Erkrankungen. Offizielle Berichte bestätigen, dass in den beiden Einrichtungen insgesamt 72 Tiger verendet sind. PETA Asien bezeichnete den Vorfall als eine "vorhersehbare Tragödie" und verwies auf die schlechten Lebensbedingungen in Tigerparks der gesamten Region.
In Einrichtungen wie dem Tiger Park in Pattaya werden Besucher ermutigt, die Raubtiere anzufassen und sich mit ihnen zu fotografieren. Ein Pfleger bot an, Touristen zu fotografieren, während sie Nivea streichelten – eine einjährige Tigerin, benannt nach ihrer weißen Tigermutter. Hinter den Kulissen werden Jungtiere immer wieder gezüchtet, um eine ständige Nachfrage nach neuen Attraktionen zu decken. Viele der Tiere werden bereits in jungem Alter mit brutalen Trainingsmethoden gefügig gemacht, damit sie für Touristen harmlos wirken.
Ein chinesischer Vater, der einen solchen Park besuchte, gab später zu, zwiespältige Gefühle gehabt zu haben. Zwar habe seine Familie die Erfahrung genossen, doch er empfand Mitleid mit den Tigern, die in ihrer Bewegung eingeschränkt und ständig Menschenmassen ausgesetzt seien. Kritiker warnen zudem, dass einige der gefangenen Tiger irgendwann in den illegalen Handel mit Tigerprodukten geraten könnten.
Trotz dieser Probleme zeigt die Population wildlebender Tiger in Thailand Anzeichen der Erholung. In geschützten Reservaten leben heute etwa 200 bis 250 Tiger – ein Anstieg gegenüber rund 150 Tieren im Jahr 2010. Schutzmaßnahmen wie Anti-Wilderer-Patrouillen, die Renaturierung von Lebensräumen und die Förderung von Beutetierebeständen haben zu diesem langsamen Wachstum beigetragen.
Der Tod von 72 Tigern unterstreicht die anhaltenden Risiken für Tiere in Gefangenschaft in Touristenparks. Behörden und Tierschutzorganisationen fordern weiterhin strengere Vorschriften für den Betrieb solcher Einrichtungen. Gleichzeitig bleibt die Zahl der wildlebenden Tiger in Thailands Reservaten zwar fragil, verbessert sich aber dank gezielter Artenschutzprogramme allmählich.






