24 June 2026, 20:11

Bergisch Gladbach kämpft mit drastischem Mangel an OGS-Betreuungsplätzen für 185 Kinder

185 OGS-Plätze Fehlen - Stadt Erfüllt Kein Rechtsanspruch

Bergisch Gladbach kämpft mit drastischem Mangel an OGS-Betreuungsplätzen für 185 Kinder

Bergisch Gladbach steht vor einem Mangel an Betreuungsplätzen in der Offenen Ganztagsschule (OGS) für das kommende Schuljahr. Trotz elterlicher Anmeldungen erhalten 185 Kinder keinen Platz in der Nachmittagsbetreuung. Die Stadt plant nun Maßnahmen, um die wachsende Nachfrage nach Kinderbetreuung zu bewältigen.

Besonders prekär ist die Situation in Moitzfeld, wo die aktuelle Versorgungsquote bei OGS-Plätzen bei nur 58 Prozent liegt – deutlich unter dem stadtweiten Durchschnitt von 76,9 Prozent. Allein an der GGS Moitzfeld bleiben 13 Erstklässler:innen, die einen gesetzlichen Anspruch auf Betreuung haben, ohne Platz.

An der GGS Heidkamp sieht es ähnlich aus: Bei fast 300 Schüler:innen und nur 200 OGS-Plätzen kann die Schule nicht alle berechtigten Erstklässler:innen aufnehmen. Um die Lage zu entlasten, will die Stadt an der Heidkamp eine „erweiterte Mittagsbetreuung“ einführen, die bis zu zehn zusätzliche Plätze von 11:30 Uhr bis 14:00 Uhr bietet. Doch dies erfüllt nicht die gesetzliche Vorgabe von acht Stunden täglicher Betreuung.

Eine solche Randzeitenbetreuung gibt es bereits an vier Grundschulen der Stadt, doch auch sie genügt nicht den rechtlichen Anforderungen. Insgesamt können 32 Kinder mit Anspruch auf Betreuung wegen räumlicher Engpässe nicht untergebracht werden. Der „bedarfsorientierte Ausbau“ der GGS- und OGS-Einrichtungen in Moitzfeld soll erst 2027 beginnen.

Bundesweit wird ab dem Schuljahr 2026/27 ein Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung für alle Grundschulkinder gelten, beginnend mit den Erstklässler:innen. Bis dahin müssen 185 Familien in Bergisch Gladbach eine alternative Betreuung für ihre Kinder organisieren.

Die Stadt hat den Mangel eingeräumt und arbeitet an Kapazitätserweiterungen. Die erweiterte Mittagsbetreuung an der Heidkamp bringt zwar begrenzte Entlastung, doch vielen Familien fehlt weiterhin eine gesicherte Kinderbetreuung. Langfristige Lösungen sind frühestens ab 2027 zu erwarten.

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