Bergisch Gladbach steht vor dem finanziellen Kollaps: 50 Millionen Euro Defizit drohen
Tobias FischerBergisch Gladbach steht vor dem finanziellen Kollaps: 50 Millionen Euro Defizit drohen
Bergisch Gladbach steckt in einer sich verschärfenden Finanzkrise: Haushaltsplan 2026 offenbart fast 50 Millionen Euro Defizit
Die nordrhein-westfälische Stadt Bergisch Gladbach kämpft mit einer immer tieferen finanziellen Schieflage. Der Haushaltsentwurf für 2026 weist ein Defizit von knapp 50 Millionen Euro aus – eine Folge von steigenden Insolvenzzahlen, Arbeitsplatzverlusten und Steuererhöhungen. Die Kommune ringt um ihre Zahlungsfähigkeit, während lokale Verantwortliche nun drastische Kürzungen fordern, um einen weiteren wirtschaftlichen Abwärtstrend zu verhindern.
Erste alarmierende Signale gab es bereits im Februar 2026, als Dr. Uwe Vetterlein, Hauptgeschäftsführer der örtlichen Industrie- und Handelskammer, vor einer unaufhaltsamen Deindustrialisierung warnte. Schon Anfang 2025 hatten 38 Prozent der Industriebetriebe im Kreis Bergisch Gladbach Entlassungen angekündigt. Der Zusammenbruch des Traditionsunternehmens Zanders – ausgelöst durch eine Forderung von sieben Millionen Euro für CO₂-Zertifikate – kostete 380 Arbeitsplätze und beendete fast 200 Jahre Papierproduktion in der Region. Auch der Dämmstoffhersteller Isover stellte aufgrund der Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) den Betrieb ein, was weitere 160 Jobs gefährdete.
Die Steuerlast verschärft die Krise zusätzlich. Obwohl Bergisch Gladbach bereits überdurchschnittlich hohe Hebesätze erhebt, räumt der städtische Kämmerer ein, dass eine Insolvenz bis 2027 kaum noch abzuwenden sei. Gleichzeitig zeigt sich, dass der kommunale Klimaschutzhaushalt Versäumnisse bei der Hochwasservorsorge nicht verhindern konnte – seine Wirksamkeit steht zunehmend in der Kritik.
Als Reaktion präsentierte der AfD-Politiker Florian Fornoff einen Zehn-Punkte-Plan, um den Haushalt ohne Steuererhöhungen zu entlasten. Seine Vorschläge umfassen unter anderem die Abschaffung des Klimaschutzmanagements und der kommunalen Wärmeplanung, Kürzungen im Stadtmarketing sowie Effizienzsteigerungen in Personalwesen und Rechnungsprüfung. Trotz dieser Initiativen sieht der Haushalt 2026 dennoch höhere Abgaben für die Bürger vor.
Bundesweit zeigen die Bau- und Dämmstoffbranche erste Ermüdungserscheinungen. Zwar liegen keine genauen Zahlen zu Arbeitsplatzverlusten vor, doch die Insolvenzquote kletterte bis Oktober 2025 auf 6,1 Fälle pro 10.000 Unternehmen.
Die Lage in Bergisch Gladbach bleibt prekär: Der Haushalt 2026 lässt kaum Spielraum, während Defizite wachsen und die Industrie schrumpft. Die Entlassungen bei Zanders und Isover verdeutlichen die wirtschaftlichen Folgen von Energiepolitik und finanziellen Belastungen. Mit den nun beschlossenen Steuererhöhungen und steigendem Insolvenzrisiko bleibt ungewiss, ob die Stadt sich wieder erholen kann.






