27 April 2026, 06:23

Bielefeld verzeichnet 32 Prozent mehr politisch motivierte Straftaten im Jahr 2024

Eine Gruppe von Menschen hält ein Transparent mit der Aufschrift "Öffnet die Grenzen, rettet Leben, kämpft gegen Faschismus" vor einem Gebäude mit Glasfenstern und einem Mast, mit einem Fahrrad und einer Tasche auf der Straße.

Bielefeld verzeichnet 32 Prozent mehr politisch motivierte Straftaten im Jahr 2024

Politisch motivierte Straftaten in Bielefeld stiegen 2024 um fast ein Drittel an

Laut dem aktuellen Polizeibericht haben politisch motivierte Straftaten in Bielefeld im Jahr 2024 um fast ein Drittel zugenommen. Die Stadt verzeichnete 1.163 Delikte – ein Anstieg um 32,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ein Großteil dieses Zuwachses geht auf Online-Aktivitäten zurück, darunter Hasspostings und die Verbreitung extremistischer Symbole in sozialen Medien und auf Gaming-Plattformen.

Die Zahlen für 2024 zeigen einen deutlichen Wandel in der Verbreitung extremistischer Ideologien in der Region Ostwestfalen-Lippe. Mehr als die Hälfte (50,4 Prozent) der Hasspostings stand im Zusammenhang mit rechtsextremen Strömungen. Soziale Netzwerke spielten dabei eine zunehmend größere Rolle: Die Vorfälle stiegen von 96 im Jahr 2023 auf 166 im Jahr 2024 – 99 davon wurden als Hassrede eingestuft.

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Antisemitische Straftaten machten 56 der insgesamt erfassten Delikte aus, keines davon war gewalttätig. Stattdessen fielen sie unter den Tatbestand der Volksverhetzung gemäß Paragraf 130 des Strafgesetzbuchs. Von diesen 56 Fällen wurden 34 dem rechtsextremen Spektrum zugeordnet, 11 gingen auf ausländische Ideologien zurück.

Trotz des allgemeinen Anstiegs der Straftaten ging die Zahl der gewalttätigen politisch motivierten Delikte deutlich zurück. Die gemeldeten Fälle sanken von 58 im Jahr 2023 auf nur noch 22 im Jahr 2024. Gleichzeitig blieb die Aufklärungsquote bei diesen Straftaten mit 36,54 Prozent stabil – unverändert seit 2019.

Der Polizeibericht hebt hervor, dass ein Großteil des Anstiegs auf die Verbreitung verfassungsfeindlicher oder terroristischer Symbole sowie auf Online-Hassrede zurückgeht. Der vollständige Jahresbericht 2024 zur Politisch Motivierten Kriminalität (PMK) ist auf der Website der Bielefelder Polizei abrufbar.

Die Daten zeigen einen wachsenden Trend: Extremistische Aktivitäten verlagern sich zunehmend in digitale Räume. Zwar nahmen gewalttätige Vorfälle ab, doch die Verbreitung von Hassrede und extremistischen Symbolen im Internet hat deutlich zugenommen. Die Behörden beobachten die Entwicklung weiterhin genau, wobei die Aufklärungsquote bei diesen Straftaten seit fünf Jahren konstant bleibt.

Quelle