Bundesbank plant Abschaffung von Ein- und Zwei-Cent-Münzen durch Rundung auf fünf Cent
Lotta MüllerBundesbank plant Abschaffung von Ein- und Zwei-Cent-Münzen durch Rundung auf fünf Cent
Die Deutsche Bundesbank hat vorgeschlagen, Bargeldzahlungen künftig auf volle fünf Cent zu runden. Mit der Maßnahme sollen die Kosten für die Herstellung und den Umgang mit Kleingeld gesenkt werden. Eine Studie der Bundesbank aus dem Jahr 2023 zeigte, dass fast die Hälfte aller Einkäufe im Geschäft weiterhin bar bezahlt wird – die geplante Änderung hätte daher weitreichende Auswirkungen.
Laut dem neuen Konzept würden Preise, die auf ein oder zwei Cent enden, abgerundet, während Beträge mit drei oder vier Cent am Ende aufgerundet würden. Ein Preis von 3,99 Euro würde somit auf 4,00 Euro steigen, 2,02 Euro hingegen auf 2,00 Euro sinken. Auf diese Weise würden Ein- und Zwei-Cent-Münzen nach und nach aus dem Zahlungsverkehr in Deutschland verschwinden.
Mehrere europäische Länder wenden bereits ähnliche Systeme an. Finnland, die Niederlande, die Slowakei, Irland, Italien, Belgien und Estland runden Bargeldzahlungen auf die nächsten fünf Cent. Kein Land hat die kleinsten Münzen jedoch vollständig abgeschafft, da dies eine EU-weite Regelung erfordern würde.
Die Idee stößt in der Bevölkerung auf Zustimmung: In einer aktuellen Umfrage sprachen sich 56 Prozent der Deutschen für die Rundung aus. Einige Supermärkte in Nordrhein-Westfalen ermöglichen Kunden bereits, beim Bezahlen auf volle zehn Cent aufzurunden – der Differenzbetrag kommt dann wohltätigen Zwecken zugute. Die Bundesbank argumentiert, dass die Umstellung Kosten für Prägung, Verpackung und Transport der Kleingeldmünzen sparen würde.
Falls eingeführt, würde die Regelung Bargeldtransaktionen vereinfachen und die Ausgaben für Unternehmen sowie Banken verringern. Ein- und Zwei-Cent-Münzen würden zwar weiterhin existieren, aber kaum noch genutzt. Der Wandel spiegelt einen größeren Trend in Europa wider, sich schrittweise von Kleingeld zu verabschieden.






