Castor-Transport erreicht Ahaus – Proteste und Polizeigroßeinsatz begleiten atomaren Abfall
Jonas GüntherCastor-Transport erreicht Ahaus – Proteste und Polizeigroßeinsatz begleiten atomaren Abfall
Am Mittwochmorgen erreichte ein Castor-Behälter mit atomarem Abfall Ahaus in Nordrhein-Westfalen. Der Transport, der gegen 10 Uhr vom Forschungszentrum Jülich aus startete, war einer der größten Straßentransporte dieser Art seit Jahrzehnten. Entlang der Route versammelten sich Protestierende, während die Polizei mit einem Großaufgebot für Sicherheit sorgte.
Die 170 Kilometer lange Strecke von Jülich nach Ahaus verlief ohne Zwischenfälle. Über 2.400 Beamte waren im Einsatz, doch einige Polizeigewerkschaften kritisierten im Nachhinein, dass die Aktion die Ressourcen übermäßig belastet habe. Unterwegs demonstrierten Aktivisten – darunter Hanna Poddig, Organisatorin einer Mahnwache –, die gegen den Transport protestierten. Poddig verhandelte mit den Behörden, um Radfahrern die Teilnahme an den Protesten zu ermöglichen.
Ahaus dient seit 1994 als Zwischenlager für atomaren Abfall, nachdem die erste große Lieferung damals unter Massenprotesten eintraf. Der aktuelle Transport, der vom Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) am 25. August genehmigt wurde, umfasst 152 Behälter, die ab 2026 von Jülich nach Ahaus verlegt werden sollen. Allerdings ist nicht öffentlich bekannt, wie viele Castor-Behälter seit dem letzten großen Transport 1996 insgesamt nach Nordrhein-Westfalen gebracht wurden.
Oppositionsparteien verurteilten den Transport scharf. Alexander Vogt von der SPD warf der Landesregierung vor, es versäumt zu haben, ein neues Zwischenlager in Jülich einzurichten. Poddig hingegen forderte, alle Atomtransporte zu stoppen, bis ein Endlager gefunden sei. Das Zwischenlager in Ahaus liegt nur etwa zwei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt.
Der Transport endete zwar ohne Störungen, doch die Debatte über die Atommull-Lagerung geht weiter. Die Behörden stehen unter Druck, langfristige Lösungen zu finden, während Aktivisten einen Stopp weiterer Transporte fordern. Die Aktion zeigt einmal mehr die anhaltenden Herausforderungen bei der Bewältigung des deutschen Atom-Erbes.






