"Debritz" am Badischen Staatstheater: Ein Dorf zwischen Komik und Klimakollaps
Jonas Günther"Debritz" am Badischen Staatstheater: Ein Dorf zwischen Komik und Klimakollaps
„Debritz“ feiert Premiere am Badischen Staatstheater Karlsruhe
Am Badischen Staatstheater Karlsruhe hat das Stück Debritz unter der Regie von Brit Bartkowiak Premiere gefeiert. Die Inszenierung präsentiert eine farcenhafte Darstellung eines fiktiven ostdeutschen Dorfes und setzt auf komische und popkulturelle Ästhetik, die dem Bühnenstück eine verspielt-widersprüchliche Energie verleiht.
Die Handlung spielt in Debritz, einst ein blühender Salzabbauort und Kurort, der heute zu einer öden Einöde verkommen ist. Der Klimawandel hat das Dorf mit kargen Ernten, fehlender Industrie und marodem Nahverkehr zurückgelassen. Auf der Bühne begegnen dem Publikum skurrile Figuren: ein hilfloser Bürgermeister, verbitterte Fabrikarbeiter, eine wohlhabende Großstadt-Touristin sowie Gestalten wie Barbarossa und „Candy die Kerze“.
Trotz überdrehter Slapstick-Elemente und grotesker Überzeichnungen kämpft das Stück mit Tempo und Tiefe. Lediglich Peggy und Maik, ein Paar zwischen Bleiben und Gehen zerrissen, wirken als voll ausgearbeitete Charaktere. Die Erzählung berührt zudem die Kluft zwischen Stadt und Land in Deutschland sowie den Klimawandel – Themen, die im zeitgenössischen deutschen Theater selten behandelt werden.
Den Abschluss bildet eine düstere Zukunftsvision: Zwei Figuren in Schutzanzügen verkünden, dass die Kriege um Ressourcen für die Menschheit längst der Vergangenheit angehören. Mit einer mahnenden Botschaft über den gesellschaftlichen Kurs endet das Stück. Seine Mischung aus Absurdität und Gesellschaftskritik bietet einen frischen, wenn auch nicht fehlerfreien Blick auf aktuelle Fragen. Debritz, geschrieben von Autor Kaleb Erdmann, hinterlässt beim Publikum sowohl Lachen als auch ein mulmiges Gefühl.
