Duisburger Bolzplatz am Kreuz Kaiserberg wird zum Kulturerbe – mit Asche, Tradition und Bernard Dietz
Lotta MüllerDuisburger Bolzplatz am Kreuz Kaiserberg wird zum Kulturerbe – mit Asche, Tradition und Bernard Dietz
Die historischen Bolzplätze am Kreuz Kaiserberg in Duisburg sind offiziell als immaterielles Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen anerkannt worden. Eine kürzliche Renovierung, teilweise finanziert durch lokale Spender, hat die ikonische Aschefläche gerade rechtzeitig zum Saisonauftakt wiederhergestellt – aufgewirbelt wurde sie persönlich von Fußballlegende Bernard Dietz.
Die frisch sanierte Spielstätte wurde mit einem besonderen Eröffnungsspiel eingeweiht, das vom ehemaligen Verteidiger der bundesdeutschen Nationalmannschaft, Bernard Dietz, eröffnet wurde. Vor dem Anpfiff äußerte er sich zur Bedeutung des Kreuz Kaiserbergs, scherzte jedoch, dass ihn das Einatmen des Aschestaubs mehr beunruhige als das Spielergebnis. Die rote Mannschaft sicherte sich schließlich mit einem 2:0-Sieg den Auftakterfolg.
Die Renovierung kostete 43.000 Euro, wobei fast die Hälfte der Summe vom Lions Club Duisburg Concordia stammte. Das Projekt stößt besonders bei der benachbarten Grundschule auf Begeisterung, die vor Jahren ihre eigene Turnhalle verloren hatte. Lehrer und Schüler verfügen nun wieder über einen hochwertigen Raum für Sport und Spiel.
Die Rückkehr zur Aschefläche ist ein bewusster Verweis auf die Tradition. Im Gegensatz zu modernem Kunstrasen verbindet das klassische Material den Platz mit seinen Arbeiterklasse-Wurzeln, wo Generationen unter denselben rauen Bedingungen Fußball gespielt haben.
Der restaurierte Bolzplatz am Kreuz Kaiserberg wird künftig sowohl der örtlichen Schule als auch den Vereinsmannschaften dienen. Mit dem nun offiziellen Kulturerbe-Status bleibt die Anlage ein seltenes, erhaltenes Zeugnis der deutschen Fußball-Basisgeschichte. Das Eröffnungsspiel und die anhaltende Unterstützung durch Spender sichern seinen Platz in der Duisburger Stadtkultur langfristig.






