Düsseldorf verzichtet auf Opern-Neubau – Rostock rettet sein historisches Volkstheater
Jonas GüntherDüsseldorf verzichtet auf Opern-Neubau – Rostock rettet sein historisches Volkstheater
Zwei große Theaterprojekte in Deutschland haben unterschiedliche Wege eingeschlagen. Düsseldorf gab die Pläne für ein teures neues Opernhaus auf, während Rostock sein historisches Volkstheater erhält. Beide Entscheidungen spiegeln finanzielle und kulturelle Überlegungen wider.
In Düsseldorf verwarfen die Verantwortlichen im November 2025 den milliardenteuren Opernhaus-Entwurf des Architekturbüros Snøhetta als nicht finanzierbar. Stattdessen wird die Stadt ihr bestehendes Opernhaus am Hofgarten modernisieren. Die umfassende Sanierung des Bonatz-Baus könnte nun zwischen 400 und 500 Millionen Euro kosten. Als Alternative schlug das Büro raumwerk ein kostengünstigeres Design für das Projekt „Blau-Grüner Ring“ vor.
In Rostock stand das Volkstheater unter den CDU-Plänen für neue Wohnungen vor dem möglichen Abriss. Das 1943 erbaute Gebäude entwickelte sich später zu einem Ikone der ostdeutschen Moderne. Hier feierte 1965 auch Peter Weiss’ Marat/Sade seine Weltpremiere. Doch das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege in Schwerin stellte große Teile des Theaters unter Schutz. Der Bau eines neuen Theaters durch das Berliner Büro Hascher Jehle hat bereits begonnen.
Düsseldorf konzentriert sich nun auf die Modernisierung seines bestehenden Opernhauses statt auf einen Neubau. Rostocks Volkstheater bleibt erhalten, während daneben ein neues Theater entsteht. Beide Städte haben in ihren Entscheidungen Denkmalschutz, Kosten und kulturelle Bedürfnisse in Einklang gebracht.






