14 March 2026, 06:38

Essen: Apotheker warnt vor Schließungswelle und Personalmangel in der Stadt

Eine Apotheke namens "Die Generika-Apotheke" umgeben von Gebäuden, Strommasten, Werbetafeln, Zimmerpflanzen, Kraftfahrzeugen auf der Straße, unter einem klaren blauen Himmel.

Essen: Apotheker warnt vor Schließungswelle und Personalmangel in der Stadt

Ein Apotheker aus Essen hat sich mit einem Landtagsabgeordneten getroffen, um auf die wachsenden Belastungen für die öffentlichen Apotheken aufmerksam zu machen. Dr. Gregor Lohmann traf sich mit dem CDU-Politiker Fabian Schrumpf, um über finanzielle Schwierigkeiten, Personalmangel und die drohende Schließungswelle in der Stadt zu sprechen.

Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die seit Langem bestehenden Sorgen um die Finanzierung der Apotheken. Lohmann erklärte, dass jahrelange ausbleibende Gebührenanpassungen viele Betriebe an den Rand des Ruins gebracht hätten. Zwar sei die Zahl der Apotheken in Essen bisher relativ stabil geblieben – sie sank leicht von 126 im Jahr 2022 auf 117 im Jahr 2023 –, doch der bundesweite Trend gebe Anlass zur Sorge. Allein unter der vorherigen Regierung hätten innerhalb von vier Jahren rund 1.600 Apotheken dauerhaft schließen müssen.

Schließungen seien längst kein reines Problem ländlicher Regionen mehr, betonte Lohmann. Besonders im Norden Essens müssten Patienten mittlerweile weitere Wege für dringend benötigte Leistungen in Kauf nehmen. Thematisiert wurde auch die Konkurrenz durch Versandapotheken, die mit Rabatten lokale Betriebe unterbieten könnten. Lohmann unterstrich, dass der Verkauf von Rezepturen für das Überleben entscheidend sei, und forderte fairere Vergütungen sowie finanzielle Planungssicherheit, um Fachkräfte zu halten und die Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten.

Schrumpf nahm die Bedenken zur Kenntnis und räumte ein, dass sein Einfluss als Landtagsabgeordneter begrenzt sei. Dennoch versprach er, die Anliegen an Bundeskollegen weiterzuleiten. Zudem sprachen die beiden über die für den 23. März geplanten Proteste, bei denen Apotheker bessere Unterstützung für den Sektor einfordern wollen.

Das Treffen endete mit der Anerkennung der schwierigen Lage, ohne dass jedoch konkrete Lösungen in Aussicht standen. Lohmanns Apotheke – wie viele andere auch – bleibt vorerst auf den Verkauf von Rezepturen angewiesen, um über die Runden zu kommen. Schrumpfs Zusage, die Thematik auf höherer Ebene voranzubringen, gibt immerhin Hoffnung auf mögliche politische Veränderungen in der Zukunft.

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