01 May 2026, 12:21

EU führt "Nur ein Ja heißt Ja" als neuen Standard gegen sexualisierte Gewalt ein

Eine farbcodierte Europakarte aus dem Jahr 2017, die den Geschlechtergleichheitsindex anzeigt, mit einer Textübersicht auf der linken Seite.

EU führt "Nur ein Ja heißt Ja" als neuen Standard gegen sexualisierte Gewalt ein

Die Europäische Kommission hat eine neue Resolution verabschiedet, um den Schutz vor sexualisierter Gewalt zu stärken. Unter dem Motto "Nur ein Ja heißt Ja" verlagert der neue Standard den Fokus auf eine ausdrückliche Zustimmung statt auf die Abwesenheit einer Ablehnung. Damit sollen in allen EU-Mitgliedstaaten klarere rechtliche Grenzen geschaffen werden.

Das "Ja-heißt-Ja"-Prinzip stellt eine bedeutende Abkehr vom bisherigen "Nein-heißt-Nein"-Ansatz dar. Nach der neuen Regelung gelten Schweigen oder das Ausbleiben von Widerstand nicht als Zustimmung – nur eine aktive, eindeutige Einwilligung zählt. Dies beseitigt Interpretationsspielräume und verhindert, dass Täter sich auf Unwissenheit berufen, wenn das Opfer kein explizites "Ja" geäußert hat.

Die Resolution gewann an Fahrt, nachdem der viel beachtete Fall Gisèle Pelidot Schwachstellen in den bestehenden Gesetzen offenbart hatte. Sie knüpft zudem an die deutsche Reform von 2016 an, wonach sexuelle Handlungen gegen den erklärten Willen einer Person selbst ohne körperlichen Widerstand strafbar sind. Die EU strebt nun eine Angleichung der Standards in Europa an, um Opfern in allen Mitgliedstaaten einheitlichen Schutz zu garantieren.

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Mehrere Länder haben "Nur ein Ja heißt Ja" bereits übernommen oder prüfen die Einführung. Zu den Vorreitern zählen Schweden, Belgien, Italien, Dänemark und Frankreich. Der EU-weite Konsens spiegelt ein wachsendes Bewusstsein wider, dass nonverbale Signale wie Zögern oder Körpersprache auf fehlende Zustimmung hindeuten können.

Die Resolution schafft einen strengeren rechtlichen Rahmen für die Einwilligung bei sexuellen Kontakten. Durch die Forderung nach einer expliziten Zustimmung verringert sie Grauzonen in Fällen sexualisierter Gewalt. Die Mitgliedstaaten werden nun daran arbeiten, diese Standards umzusetzen – ein Schritt, der die Strafverfolgung solcher Delikte in ganz Europa grundlegend verändern könnte.

Quelle