EU-Kommission plant radikale Reform des Emissionshandels für mehr Industrieentlastung
Jonas GüntherEU-Kommission plant radikale Reform des Emissionshandels für mehr Industrieentlastung
Die Europäische Kommission wird an diesem Mittwoch ihre ersten Vorschläge zur Reform des EU-Emissionshandelsystems (EU-ETS) vorstellen. Die Änderungen zielen darauf ab, die Belastung für Branchen wie die chemische Industrie zu verringern und gleichzeitig die Verwaltung von CO₂-Zertifikaten anzupassen. Branchenvertreter hatten sich seit Langem für umfassende Überarbeitungen des bestehenden Systems ausgesprochen.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wird die Reformpläne am 31. März 2026 offiziell präsentieren. Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf dem Chemiesektor, wo die Referenzwerte so angepasst werden sollen, dass maximale Entlastungen möglich sind. Konkrete Details, wie diese Anpassungen genau aussehen werden, bleiben in den verfügbaren Quellen jedoch unklar.
Zudem wird die Kommission den Marktstabilitätsmechanismus (MSR) reformieren, indem die dauerhafte Streichung von Zertifikaten gestoppt wird. Diese Maßnahme soll das Angebot erhöhen und die CO₂-Preise senken. Der Schritt folgt Forderungen aus der Wirtschaft, darunter vom Evonik-Chef Christian Kullmann, der zuvor entweder die Abschaffung oder eine radikale Neugestaltung des ETS gefordert hatte.
Kullmann hatte gemeinsam mit dem EU-Abgeordneten Peter Liese kürzlich einen Gastbeitrag im Handelsblatt veröffentlicht. Darin plädierten sie für einen pragmatischen Kompromiss bei der ETS-Reform, der Klimaziele mit der Wettbewerbsfähigkeit der Industrie in Einklang bringt.
Die Reformen markieren einen deutlichen Kurswechsel in der europäischen CO₂-Bepreisung. Durch den Verzicht auf die Streichung von Zertifikaten und die Anpassung der Referenzwerte will die Kommission die Kosten für die Industrie senken, ohne die Klimaziele aus den Augen zu verlieren. Die vollständigen Auswirkungen dieser Änderungen hängen jedoch von den finalen Details und der Umsetzung ab.






