27 April 2026, 02:21

Europas Energiewende überlastet Stromnetze – doch es gibt clevere Lösungen

Plakat mit Text über einen 2023-Steuerkredit, der bis zu 30% der Kosten für die Installation von Dachsolaranlagen übernimmt, mit B├Ąumen und einem Geb├Ąude mit Solarpanelen im Hintergrund.

Europas Energiewende überlastet Stromnetze – doch es gibt clevere Lösungen

Europas Vorstoß für erneuerbare Energien setzt die Stromnetze unter Druck. Netzbetreiber stehen vor steigenden Kosten und dem Bedarf an neuer Infrastruktur, um die Anbindung sauberer Energien zu bewältigen. Eine aktuelle Studie des Energiewirtschaftlichen Instituts (EWI) an der Universität zu Köln zeigt Wege auf, wie sich Ausgaben senken und gleichzeitig die Effizienz steigern lässt.

Laut dem EWI-Bericht werden bis 2045 rund 350 Milliarden Euro in den Ausbau der Verteilnetze fließen müssen. Der Großteil dieser Investitionen entfällt auf die Integration von Solar- und Windkraft in das Stromnetz. Derzeit variieren die Kosten für diese Modernisierungen stark – je nach Standort liegen sie zwischen 61 und 180 Euro pro Kilowatt.

Ein vorgeschlagener Lösungsansatz sieht gemeinsame Netzzugangspunkte für Solar-, Windenergie und Batteriespeicher vor. Dieses Modell könnte die Ausbaukosten um bis zu 1,8 Milliarden Euro pro Jahr verringern. Durch die Bündelung mehrerer Energiequellen an einem einzigen Anschlusspunkt lässt sich die bestehende Infrastruktur effizienter nutzen und der Bedarf an neuen Stromleitungen reduzieren.

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Eine weitere zentrale Empfehlung ist die räumliche Zusammenlegung von Solar- und Windparks an denselben Netzeinspeisepunkten. Dadurch ließe sich die durchschnittliche Netzauslastung erhöhen und Energieverschwendung minimieren. Das EWI berechnet, dass sich auf diese Weise jährlich 800 Millionen Euro einsparen ließen – vor allem durch die Verringerung von Abregelungen, wenn überschüssiger Strom ungenutzt bleibt, weil das Netz ihn nicht aufnehmen kann.

Auch Batteriespeicher, die hinter den Netzanschlusspunkten platziert werden, könnten eine entscheidende Rolle spielen. Sie würden Überschussenergie speichern, statt sie verfallen zu lassen. Der Bericht weist jedoch darauf hin, dass die aktuellen Anreize für eine optimierte Netzintegration noch unzureichend sind. Ohne bessere politische Rahmenbedingungen könnten Ineffizienzen zu höheren Kosten und Nachteilen für Verbraucher führen.

Die EWI-Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine intelligentere Netzplanung die Kosten deutlich senken könnte. Gemeinsame Anschlüsse und Batteriespeicher würden sowohl die Ausbaukosten als auch Energieverluste verringern. Doch für die vollständige Finanzierung und Umsetzung dieser Lösungen seien neue Geschäftsmodelle und stärkere Anreize unverzichtbar.

Quelle