Ford Köln baut 2.900 Stellen ab – Elektroflaute zwingt zum radikalen Sparprogramm
Tobias FischerBogeyman der Entlassungen verschwindet bei Ford - Ford Köln baut 2.900 Stellen ab – Elektroflaute zwingt zum radikalen Sparprogramm
Fords Werk in Köln durchläuft tiefgreifende Veränderungen im Rahmen eines Sparprogramms. Der Konzern hat seine Belegschaft um fast 2.900 Stellen abgebaut, wobei der Großteil der Mitarbeiter freiwillig das Unternehmen verließ. Der Schritt folgt einer schwachen Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und soll die finanzielle Lage des Unternehmens verbessern.
Die Entlassungen begannen Anfang 2024 abrupt, als Ford fast 1.000 Produktionsarbeitsplätze strich. Weitere 2.100 Beschäftigte nahmen Abfindungsangebote an, wodurch betriebsbedingte Kündigungen vermieden wurden. Rund 800 zusätzliche Stellen sollen an neue Investoren übergehen, wobei die Verhandlungen für diese Übernahmen noch bis Mitte 2026 andauern.
Mit den Kürzungen setzt Ford einen Plan um, der bereits im vergangenen Sommer beschlossen wurde und den Abbau von 2.900 Positionen vorsah. Nach Abschluss der Maßnahmen wird die Belegschaft des Werks auf unter 9.000 sinken – aktuell sind es noch etwa 10.500. Ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu 2019, als am Standort noch 18.000 Menschen beschäftigt waren.
Ford hat Milliarden in die Modernisierung der Kölner Produktion für Elektrofahrzeuge investiert. Dennoch zwang die schwache Marktnachfrage das Unternehmen zum Personalabbau. Drei Bereiche, darunter der Werkzeugbau und der Druckguss, werden derzeit auf mögliche Übernahmen durch Investoren geprüft, allerdings wurden noch keine Käufer genannt.
Die Stellenstreichungen und Umstrukturierungen sollen Ford helfen, wieder profitabel zu werden. Mit der nun deutlich schlankeren Belegschaft erwartet das Unternehmen durch Einsparungen eine Stabilisierung des Betriebs. Die Gespräche mit Investoren für bestimmte Sparten werden in den kommenden zwei Jahren fortgeführt.