Indischer Stahlriese Jindal Steel will Thyssenkrupp-Stahlsparte übernehmen
Lotta MüllerIndischer Stahlriese Jindal Steel will Thyssenkrupp-Stahlsparte übernehmen
Der indische Stahlproduzent Jindal Steel International hat ein unverbindliches Angebot für die Übernahme der Stahlsparte von Thyssenkrupp abgegeben. Der Vorstoß erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem der deutsche Konzern nach Lösungen für sein kränkelndes Stahlgeschäft sucht. Die Gewerkschaft IG Metall hat das Angebot bereits unterstützt und es als positiv für die Belegschaft bewertet.
Ursprünglich hatte Thyssenkrupp geplant, ein Joint Venture mit dem tschechischen Milliardär Daniel Křetínský zu gründen. In diesem Rahmen behielten beide Seiten das Recht, sich vom Verkauf einer 20-Prozent-Beteiligung zurückzuziehen. Jetzt bietet das Angebot von Jindal Steel eine alternative Lösung.
Das indische Unternehmen, das einen Umsatz von 12 Milliarden Euro und eine operative Marge von 22 Prozent ausweist, strebt an, Thyssenkrupp Steel zum größten klimafreundlichen Stahlproduzenten Europas umzubauen. Zudem hat es zugesagt, das DRI-Werk in Duisburg fertigzustellen und weitere über 2 Milliarden Euro zu investieren.
Der Vorstand von Thyssenkrupp wird das Angebot anhand der finanziellen Stabilität, der Pläne für die grüne Transformation und der Arbeitsplatzsicherheit bewerten. Die Stahlsparte selbst erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 10,7 Milliarden Euro bei einem bereinigten operativen Gewinn von 261 Millionen Euro.
Falls das Angebot angenommen wird, würde es die Stahlaktivitäten von Thyssenkrupp unter indischer Führung neu ausrichten. Die Investitionspläne und Arbeitsplatzzusagen von Jindal Steel werden nun genau unter die Lupe genommen. Die endgültige Entscheidung liegt nach weiteren Prüfungen beim Thyssenkrupp-Vorstand.






