John Eliot Gardiner erneut in der Kritik – warum Veranstalter ihn trotzdem buchen
Tobias FischerJohn Eliot Gardiner erneut in der Kritik – warum Veranstalter ihn trotzdem buchen
Dirigent John Eliot Gardiner steht wegen seines Verhaltens beim jüngsten Bach-Festival erneut in der Kritik. Ein Video des Vorfalls, bei dem er während des Schlussapplauses eine Mitarbeiterin einbezog, hat die Debatte über frühere Vorwürfe gegen ihn neu entfacht.
Während der Veranstaltung nahm Gardiner eine Schriftrolle und schob sie der Mitarbeiterin in das Hemd. Diese schien sich zu wehren und nahm das Schriftstück schließlich an sich. Später gab Gardiner an, von ihrer Reaktion überrascht gewesen zu sein, und beteuerte, er habe die Rolle lediglich hinter ihre Kette legen wollen.
Das Video wurde bisher nicht veröffentlicht; die Redaktion begründete dies mit Datenschutzbedenken. Dies ist nicht der erste Vorwurf gegen Gardiner: Bereits zuvor soll er einen Kontrabassisten geohrfeigt haben. Daraufhin weigerte sich sein Monteverdi Choir, weiter mit ihm zusammenzuarbeiten, woraufhin Gardiner sein eigenes Constellation Ensemble gründete.
Trotz dieser Kontroversen engagieren ihn Veranstalter wie die in Leipzig weiterhin. Gardiner beharrt darauf, sein Handeln sei harmlos gewesen, und argumentiert, die gesellschaftlichen Maßstäbe hätten sich um ihn herum verändert.
Sein jüngstes Verhalten wirft jedoch die Frage auf, ob er die frühere Kritik tatsächlich reflektiert hat. Die Verantwortlichen zeigen sich bereit, die Vorfälle zu übergehen. Während das Video den Hergang bestätigt, bleibt die Deutung des Geschehens weiter offen.
