Karin Bergmann übernimmt überraschend Leitung der Salzburger Festspiele
Tobias FischerKarin Bergmann übernimmt überraschend Leitung der Salzburger Festspiele
Karin Bergmann ist zur neuen künstlerischen Leiterin der Salzburger Festspiele ernannt worden. Sie hatte sich nie auf die Position beworben und rechnete auch nicht mit dem Angebot. Ihre Berufung folgt auf Monate der Unsicherheit nach dem Rücktritt von Markus Hinterhäuser Ende März.
Hinterhäuser verließ die Festspiele nach anhaltenden Konflikten. Die genauen Umstände seines Abgangs wurden nie vollständig aufgeklärt – ein Zustand, den Bergmann als intransparent und schädlich für den Ruf der Festspiele kritisierte. Trotz seiner früheren Bezeichnung als „liebe Freundin“ betont sie, dass ihr Verhältnis stets professionell war.
Bergmann übernimmt die Leitung mit dem Ziel, Kontinuität und Wandel zu verbinden. Sie wird Hinterhäusers musikalisches Programm beibehalten, plant jedoch eine Ausweitung des Schauspielbereichs. Zudem setzt sie sich für eine stärkere Vertretung von Theaterregisseuren im Festspielgremium ein.
Unterdessen wurde die Position der Festspielpräsidentin neu ausgeschrieben. Die Amtszeit von Kristina Hammer endet Ende 2026; bei der offiziellen Eröffnung am 26. Juli wird sie nicht sprechen.
Bergmann tritt ihr Amt in einer Phase des Umbruchs an. Sie will den Festspielen eine stabile Ausrichtung geben und gleichzeitig vergangene Unklarheiten aufarbeiten. Die Führungsstruktur bleibt jedoch im Fluss, da die Präsidentschaft noch vakant ist und Bewerbungen entgegennimmt.






