15 March 2026, 08:15

Karlspreis 2022 würdigt mutigen Widerstand der belarussischen Opposition

Eine Gruppe von vier Menschen auf einem roten Teppich, die lächeln und für ein Foto posieren, mit einer Tafel im Hintergrund, auf der "Liberty Justice for All Awards" steht.

Karlspreis 2022 würdigt mutigen Widerstand der belarussischen Opposition

Der Karlspreis 2022 ehrte drei Führungsfiguren der belarussischen Oppositionsbewegung für ihren Kampf gegen das autoritäre Regime. Swjatlana Zichanouskaja, Maria Kalesnikawa und Veronika Zepkalo erhielten die Auszeichnung in Anerkennung ihres Einsatzes für demokratischen Wandel. Der Preis zählt zu den renommiertesten Europas und würdigt seit 1950 Verdienste um die Einheit und den Fortschritt des Kontinents.

Die Verleihung erfolgte vor dem Hintergrund der umstrittenen Präsidentschaftswahl in Belarus im Jahr 2020, die Massenproteste auslöste. Die Behörden gingen hart gegen die Demonstranten vor – bis 2024 saßen über 1.400 politische Gefangene in Haft. Darunter war auch Maria Kalesnikawa, die im September 2020 in Minsk festgenommen und später zu elf Jahren Gefängnis verurteilt wurde.

Im Januar 2025 sicherte sich Präsident Alexander Lukaschenko laut offiziellen Angaben mit 87,6 Prozent der Stimmen eine siebte Amtszeit. Oppositionsvertreter wurden von der Wahl ausgeschlossen, die Repressionen hielten an. Trotz internationaler Sanktionen – darunter auch solcher der Ukraine im Februar 2026 – pflegte Lukaschenko weiterhin enge militärische Beziehungen zu Russland.

Kalesnikawa wurde im Dezember 2025 zusammen mit anderen Häftlingen freigelassen. Sie lebt heute in Deutschland, wo sie ihre politische Arbeit fortsetzt.

Der Karlspreis hat bereits mehrfach einflussreiche Persönlichkeiten für ihr Wirken in Europa ausgezeichnet. Für Zichanouskaja, Kalesnikawa und Zepkalo unterstrich die Auszeichnung 2022 ihren anhaltenden Kampf unter den Bedingungen politischer Unterdrückung. Ihr Einsatz für Demokratie in Belarus bleibt ein zentraler Punkt internationaler Aufmerksamkeit.

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