Komplexe Sprache in Pitches erhöht die Finanzierungschancen von Start-ups
Jonas GüntherKomplexe Sprache in Pitches erhöht die Finanzierungschancen von Start-ups
Eine neue deutsche Studie legt nahe, dass der Einsatz komplexer Sprache in Pitches von Start-ups die Chancen auf Finanzierung tatsächlich verbessern kann. Forscher fanden heraus, dass Gründer, die mit Nuancen und Tiefe kommunizieren, mehr Investitionen erhalten als solche, die ihre Präsentationen übermäßig vereinfachen. Die Ergebnisse widersprechen der lang gehegten Empfehlung, Pitches so einfach wie möglich zu gestalten.
Die Studie wurde von Wissenschaftlern der TU Dortmund, der Universität Passau und der Technischen Universität München durchgeführt. Sie analysierten mithilfe computergestützter Methoden 547 Start-up-Pitches vom Startup Battlefield der TechCrunch Disrupt. Ein weiteres Experiment mit 240 Entscheidungsträgern zeigte, dass eine höhere sprachliche Komplexität im Durchschnitt zu einer Steigerung der Finanzierung um 7,25 % führte.
Prof. Lorenz Graf-Vlachy von der TU Dortmund betonte die Bedeutung kritischen Denkens und des Umgangs mit Komplexität in der unternehmerischen Kommunikation. Gleichzeitig warnte die Studie jedoch vor übertriebener Komplexität, da Investoren sonst Schwierigkeiten haben könnten, dem Pitch zu folgen, oder dies als Unentschlossenheit werten könnten.
Die in Entrepreneurship Theory and Practice veröffentlichte Untersuchung ergab, dass Gründer, die differenzierte Sprache verwendeten, kompetenter wirkten. Dieser Ansatz stärkte ihre Glaubwürdigkeit und machte ihre Pitches für potenzielle Geldgeber überzeugender.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein ausgewogener Einsatz von Komplexität in Pitches Gründer fähiger und vertrauenswürdiger erscheinen lässt. Investoren reagierten positiver auf nuancierte Kommunikation, was zu höheren Finanzierungsbeträgen führte. Die Studie liefert Belege dafür, dass Einfachheit nicht immer die beste Strategie ist, um Investitionen zu sichern.






