Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren mutigen Widerstand in Belarus
Jonas GüntherSpätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren mutigen Widerstand in Belarus
Maria Kolesnikowa, eine führende Persönlichkeit der belarussischen Oppositionsbewegung, ist mit dem Internationalen Karlspreis ausgezeichnet worden. Die Ehrung würdigt ihren Einsatz für Demokratie und freie Wahlen in ihrer Heimat. Die feierliche Verleihung fand am vergangenen Wochenende im historischen Krönungssaal von Aachen statt.
Der Karlspreis wird seit 1950 jährlich an Persönlichkeiten verliehen, die sich für die europäische Einigung und Werte einsetzen. Kolesnikowa erhielt die Auszeichnung für 2022 in Anerkennung ihres "außergewöhnlichen Mutes" im Widerstand gegen die Regierung von Alexander Lukaschenko. An der ursprünglichen Preisverleihung konnte sie aufgrund ihrer Inhaftierung nicht teilnehmen.
2020 war Kolesnikowa wegen ihrer Rolle bei Massenprotesten zu elf Jahren in einer Strafkolonie verurteilt worden. Anders als viele Oppositionelle lehnte sie ein Exil ab und blieb in Belarus, um ihre Strafe anzutreten. Ihre Freilassung erfolgte im Dezember 2025 nach mehr als fünf Jahren Haft.
Nach ihrer Entlassung bot Deutschland Kolesnikowa politisches Asyl an. Der diesjährige Preis ging an Mario Draghi, den ehemaligen Präsidenten der Europäischen Zentralbank und Italiens Ex-Ministerpräsidenten. Kolesnikowas Auszeichnung wurde separat überreicht und unterstreicht ihren anhaltenden Kampf für demokratische Rechte.
Kolesnikowa lebt nun in Deutschland, wo sie ihre politische Arbeit fortsetzen wird. Der Karlspreis lenkt die Aufmerksamkeit erneut auf die politische Lage in Belarus. Ihr Fall bleibt ein Symbol des Widerstands gegen autoritäre Herrschaft in Osteuropa.