Marode Verkehrsnetze bedrohen NRWs Wirtschaft – IHK schlägt Alarm und fordert Sofortmaßnahmen
Tobias FischerMarode Verkehrsnetze bedrohen NRWs Wirtschaft – IHK schlägt Alarm und fordert Sofortmaßnahmen
Wirtschaftsführer in Nordrhein-Westfalen warnen vor den Folgen maroder Verkehrsnetze für die wirtschaftliche Stabilität
Die Industrie- und Handelskammer Nordrhein-Westfalen (IHK NRW) hat zwölf Vorschläge für eine gelingende Verkehrs-wende vorgelegt – mit dem Fokus auf Anreize statt Verbote. Infrastrukturkürzungen, so die Warnung, würden sowohl Unternehmen als auch die Gesamtwirtschaft schwer belasten.
Unter der Führung von Präsident Ralf Stoffels betont die IHK NRW den dringenden Handlungsbedarf. Stoffels verwies darauf, dass die Beschlüsse des Beschleunigungspakts, die den Ausbau von Verkehrsprojekten vorantreiben sollten, bis heute nicht umgesetzt seien. Die Organisation fordert schnellere Planungsverfahren und höhere Investitionen in die Infrastruktur, um den weiteren Verfall zu stoppen.
Ocke Hamann, Verkehrsexperte der IHK NRW, nannte übermäßig komplexe Planungsgesetze als zentrales Hindernis. Diese Verzögerungen blockierten dringend notwendige Vorhaben – von Schienen- bis zu Straßensanierungen. Die Sperrung der A45-Brücke in Lüdenscheid habe bereits gravierende Folgen: Sie beschleunige die Deindustrialisierung in der Region, da Beschäftigte ihre Arbeitsplätze aufgäben und Logistikunternehmen wegen der Behinderungen Verträge kündigten.
Die Wirtschaft unterstützt zwar die Verkehrs-wende, verlangt aber einen praxistauglichen Rahmen. Die IHK-Vorschläge umfassen alle Mobilitätsformen, einschließlich des öffentlichen Nahverkehrs in Städten. Gleichzeitig lehnt die Kammer eine mögliche Unternehmenssteuer ab, die Finanzlücken schließen oder den ÖPNV fördern soll. Stattdessen plädiert sie für kluge Investitionen und schlankere Vorschriften.
Die Warnungen der IHK NRW kommen zu einer Zeit, in der die Region vor wachsenden Verkehrsproblemen steht. Ohne schnellere Planungsverfahren und bessere Finanzierung könnte sich die wirtschaftliche Lage weiter verschärfen. Die Vorschläge zielen darauf ab, Fortschritt und Praktikabilität in Einklang zu bringen – für eine funktionsfähige Mobilität in Stadt und Land.






