05 May 2026, 12:18

Merz' erstes Kanzlerjahr endet mit Umfrageflaut und Koalitionsstreit

Eine Karte von Deutschland aus dem 19. Jahrhundert, die die politischen Grenzen des Landes zeigt, auf altem Papier mit Text oben und unten gedruckt.

Merz' erstes Kanzlerjahr endet mit Umfrageflaut und Koalitionsstreit

Bundeskanzler Friedrich Merz hat sein erstes Amtsjahr mit schwachen Umfragewerten abgeschlossen. Die Koalition mit der SPD bleibt nach monatelangen öffentlichen Streitigkeiten stark belastet. Aktuelle Konflikte um Kompromissbereitschaft und die Frage, wer sich mit politischen Erfolgen schmücken darf, haben die Gräben weiter vertieft.

Die jüngsten Spannungen begannen, als Merz der SPD vorwarf, in zentralen Politikbereichen keine Kompromisse eingehen zu wollen. Als Belege nannte er blockierte Verhandlungen in den Themen Migration, Bürgergeld und Renten. Die SPD hingegen hat in diesen Bereichen bereits Zugeständnisse gemacht – was die Frustration in der Partei weiter anheizt.

Kritiker warnen, dass Merz’ Vorgehen nach hinten losgehen könnte. Sein öffentliches Schuldzuschieben könnte die SPD noch stärker in ihre Position drängen und gleichzeitig Teile seiner eigenen CDU verprellen. CDU-Landeschefs wie Daniel Günther aus Schleswig-Holstein oder Hendrik Wüst aus Nordrhein-Westfalen zeigen indes, dass es auch anders geht: Ihre Koalitionen laufen reibungsloser, weil sie den Partnern Raum lassen, gemeinsame Erfolge für sich zu reklamieren.

Bildungsministerin Karin Prien (CDU) brachte das Dilemma auf den Punkt. Sie stellte fest, Union und SPD „können es nicht einmal ertragen, wenn die andere Seite Erfolg hat“. Experten warnen, dass eine Regierungsführung, die Koalitionspartnern keine sichtbaren Erfolge zugesteht, oft in Instabilität endet. Ähnliche Dynamiken haben in der Vergangenheit bereits Koalitionen scheitern lassen.

Die Berliner Regierung steht nun unter Druck, ihre Taktik zu ändern. Beobachter raten, zu lernen, „auch mal anderen den Vortritt zu lassen“ – das könnte der einzige Weg sein, das Ruder noch herumzureißen.

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Merz’ erstes Jahr als Kanzler war geprägt von schlechten Umfragewerten und einer zerrütteten Koalition. Seine Strategie, die SPD öffentlich an den Pranger zu stellen, hat bisher keine Blockaden gelöst. Im Gegenteil: Sie hat die Spannungen verschärft und Zweifel an der Handlungsfähigkeit der Regierung genährt.

Quelle