Neuer Tarifvertrag in NRW: Kürzere Arbeitszeiten, aber höhere Ticketpreise drohen
Lotta MüllerNeuer Tarifvertrag in NRW: Kürzere Arbeitszeiten, aber höhere Ticketpreise drohen
Bus- und Bahnfahrer in Nordrhein-Westfalen haben einen neuen Tarifvertrag durchgesetzt, der die Arbeitszeiten verkürzt, während die Löhne stabil bleiben. Die Vereinbarung sieht zudem höhere Zuschläge und längere Ruhezeiten vor – doch wie die Änderungen finanziert werden sollen, ist noch unklar. Für Fahrgäste könnte dies langfristig höhere Ticketpreise bedeuten.
Laut dem neuen Vertrag sinkt die wöchentliche Arbeitszeit schrittweise: von derzeit 39 auf 38,5 Stunden bis Juli 2027 und weiter auf 38 Stunden bis Juli 2028 – und das bei vollem Lohnausgleich. Die Sonntagszuschläge steigen, gesetzliche Ruhepausen werden ausgeweitet, und kurzfristig Beschäftigte erhalten besseren Kündigungsschutz.
Bisher verdienten Fahrer in der Region etwa 15,63 Euro pro Stunde (berechnet auf Basis von 2.450 Euro Monatsgehalt bei einer 40-Stunden-Woche). Das liegt unter dem bundesweiten Median von 22,47 Euro und dem Kölner Durchschnittsgehalt von knapp 3.900 Euro monatlich. Die verbesserten Bedingungen sollen den Beruf attraktiver machen, doch um den Service mit weniger Arbeitsstunden aufrechtzuerhalten, könnten zusätzliche Mitarbeiter eingestellt werden müssen.
Die Mehrkosten – durch höhere Zuschläge, zusätzliche freie Tage und mögliche Neueinstellungen – müssen jedoch noch gedeckt werden. Als Finanzierungsquellen kommen öffentliche Mittel von Kommunen, Bund oder Land infrage oder aber eine Umlage auf die Fahrgäste durch Preiserhöhungen. In Solingen etwa könnten die Ticketpreise in den kommenden Jahren steigen.
Der Tarifabschluss bringt den Fahrern bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen, doch die Finanzierungsfrage bleibt offen. Sollten die Preise steigen, müssen die Fahrgäste einen Teil der Kosten tragen. Die langfristigen Folgen hängen davon ab, wie Behörden und Verkehrsunternehmen die zusätzlichen Ausgaben bewältigen.






