Revolutionäre Kunststoff-Innovationen: INEOS, Henkel und LyondellBasell setzen auf Recycling und erneuerbare Rohstoffe
Lotta MüllerRevolutionäre Kunststoff-Innovationen: INEOS, Henkel und LyondellBasell setzen auf Recycling und erneuerbare Rohstoffe
Zwei bahnbrechende Entwicklungen im Bereich nachhaltiger Kunststoffe wurden diese Woche bekannt gegeben. INEOS hat begonnen, Pyrolyseöl zur Herstellung recycelter Polymere einzusetzen, während Henkel und LyondellBasell eine neue Verpackungslösung auf Basis erneuerbarer Rohstoffe vorgestellt haben. Beide Initiativen zielen darauf ab, den CO₂-Ausstoß zu reduzieren und die verschärften EU-Recyclingvorgaben bis 2030 zu erfüllen.
Die Innovationen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem sich Unternehmen auf die Präsentation ihrer neuesten Produkte auf der K 2025 vorbereiten, der weltweit führenden Fachmesse für Kunststoffe und Kautschuk, die vom 8. bis 15. Oktober in Düsseldorf stattfindet.
INEOS Olefine & Polymere im französischen Lavera hat kürzlich die ersten Lieferungen von Pyrolyseöl erhalten – einem Rohstoff, der aus recyceltem Kunststoffabfall gewonnen wird. Das Unternehmen plant, dieses Material zur Herstellung recycelter Polymere zu nutzen und damit Kunden dabei zu unterstützen, künftige EU-Vorschriften zum Recyclinganteil einzuhalten. Das Öl entsteht durch die Zerlegung von Kunststoffabfällen in einen Grundstoff, der in der Produktion fossile Brennstoffe ersetzen kann.
Unterdessen haben Henkel und LyondellBasell gemeinsam einen Kunststoffkäfig für Henkels WC Frisch/Bref-Toilettenrandsteine entwickelt, der auf erneuerbaren Rohstoffen basiert. Das neue Design nutzt die CirculenRenew-Produktpalette von LyondellBasell, die bio-zirkuläre Rohstoffe – etwa Rückstände aus der Pflanzenölverarbeitung – mit einem Massenbilanzansatz kombiniert. Diese Methode stellt sicher, dass das Endprodukt einen geringeren CO₂-Fußabdruck aufweist, ohne dabei an Leistung im Vergleich zu herkömmlichen Kunststoffen einzubüßen.
LyondellBasell gibt an, dass seine CirculenRenew-Polypropylen-Typen die CO₂-Emissionen um bis zu 44 Prozent im Vergleich zu fossilen Alternativen senken. Seit der Markteinführung 2023 findet das Material in verschiedenen Branchen Anwendung – von Verpackungen über Fahrzeuginnenräume bis hin zum Bausektor. Partner wie Porsche und Hausgerätehersteller setzen es bereits ein, und die Produktion wird bis 2026 hochgefahren, um die Nachfrage zu decken.
In einer weiteren Zusammenarbeit haben Elopak, Orkla Home and Personal Care sowie Dow eine neue Kartonverpackungslinie eingeführt, die zu 30 Prozent aus mechanisch recyceltem Polyethylen und zu 70 Prozent aus bio-zirkulären Polymeren besteht. Ähnlich wie CirculenRenew ist diese Lösung als direkter Ersatz für herkömmliche Kunststoffe konzipiert und bietet dieselbe Haltbarkeit bei geringerer Umweltbelastung.
Sowohl CirculenRenew als auch die neuen Kartonmaterialien werden auf der K 2025 ausgestellt, wo Henkel und LyondellBasell ihre Fortschritte im Bereich nachhaltiger Verpackungen präsentieren werden.
Diese Entwicklungen markieren einen Wandel hin zu kohlenstoffärmeren Kunststoffen in Konsumgütern und industriellen Anwendungen. Angesichts der bevorstehenden EU-Recyclingauflagen steigern Unternehmen die Produktion biobasierter und recycelter Materialien, um fossile Alternativen zu ersetzen. Die Lösungen werden auf der K 2025 vorgestellt, wo mit weiteren Partnerschaften und Produkterweiterungen zu rechnen ist.






