Revolutionäre Stammzelltherapien: RauPE-Projekt startet mit automatisierter Plattform
Tobias FischerRevolutionäre Stammzelltherapien: RauPE-Projekt startet mit automatisierter Plattform
Forschungsprojekt RauPE soll Stammzelltherapien revolutionieren
Ab Juli 2024 startet ein neues, auf drei Jahre angelegtes Forschungsvorhaben namens RauPE, das die Herstellung von Stammzelltherapien grundlegend verändern könnte. Ziel des Projekts ist die Entwicklung einer automatisierten Plattform, mit der Therapien im großen Maßstab und zu geringeren Kosten produziert werden können. Finanziert wird die Initiative vom Land Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union im Rahmen des EFRE.NRW-Programms.
Im Mittelpunkt von RauPE steht die Herstellung extrazellulärer Vesikel (EVs) – winziger, von Membranen umschlossener Partikel, die von Stammzellen freigesetzt werden. Diese Vesikel zeigen vielversprechende Ansätze bei der Behandlung degenerativer Erkrankungen und bestimmter Krebsarten. Um die Effizienz zu steigern, arbeitet das Team mit immortalisierten mesenchymalen Stammzellen (ciMSCs), die ursprünglich am Universitätsklinikum Essen entwickelt wurden.
Kernstück des Projekts ist ein von BioThrust entwickelter Membran-Rührbioreaktor, der empfindliche Stammzellen präzise verarbeitet. Das System wird in die Laborplattform AUTOSTEM integriert, um jeden Schritt – von der Zellvermehrung bis zur Gewinnung der EVs – reibungslos und sicher zu gestalten. Durch die Automatisierung sollen menschliche Fehler minimiert und die Produktion beschleunigt werden.
Das Konsortium vereint das Know-how von drei zentralen Partnern: der BioThrust GmbH (Projektkoordinator), dem Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT und dem Universitätsklinikum Essen. Ihr Ziel ist es, einen vollautomatisierten, skalierbaren Prozess zu schaffen, der Stammzelltherapien einer größeren Patientengruppe zugänglich macht.
Das RauPE-Projekt läuft bis Mitte 2027, wobei erste Ergebnisse in den kommenden Jahren erwartet werden. Bei Erfolg könnte die automatisierte Plattform die Produktionskosten senken und den Zugang zu fortschrittlichen Therapien erleichtern. Die Initiative markiert einen wichtigen Schritt hin zur industriellen Fertigung von stammzellbasierten Behandlungen.






