Ruhrgebiet setzt auf tiefe Erdwärme: 2.000 Meter unter Bochum wird erkundet
Jonas GüntherRuhrgebiet setzt auf tiefe Erdwärme: 2.000 Meter unter Bochum wird erkundet
Ein neues Projekt soll tiefe unterirdische Wärmequellen im Ruhrgebiet erschließen. Die Initiative „VESTA CONTRAST“ wird einen fünf Kilometer langen Abschnitt unter Bochum und Witten kartieren – in Tiefen von bis zu 2.000 Metern. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) fördert das Vorhaben mit rund 330.000 Euro.
Ziel der Erkundung ist es, weit unter der Oberfläche verborgene Thermalreservoirs zu identifizieren. Bisher versorgen oberflächennahen Geothermieanlagen bereits Einfamilienhäuser mit Wärme, indem sie die nahen Erdschichten nutzen. Um jedoch ganze Städte nachhaltig mit Wärme zu versorgen, müssen tiefere geologische Strukturen erforscht werden.
Die Feldarbeiten sollen spätestens bis Februar 2025 beginnen und voraussichtlich etwa eine Woche dauern. Im Fokus steht der Süden Bochums, wo Daten gesammelt werden, um ein detailliertes Bild des Untergrunds zu erstellen. Da die Temperaturen in der Region pro 100 Meter Tiefe um etwa 3 °C steigen, gilt das Gebiet als vielversprechend für die Geothermie.
Bei Erfolg könnten die Erkenntnisse dazu beitragen, bis zu einem Viertel des kommunalen Wärme- und Industriebedarfs durch tiefe Geothermie zu decken. Experten schätzen, dass auf diese Weise auch drei Viertel der bestehenden Gebäude in Deutschland beheizt werden könnten.
Die Ergebnisse werden ein klareres Verständnis des geothermischen Potenzials des Ruhrgebiets liefern. Dieses Wissen könnte den Weg für eine breitere Nutzung von Erdwärme in städtischen Wärmenetzen ebnen. Das Projekt markiert einen Schritt hin zur Verringerung der Abhängigkeit von herkömmlichen Energieträgern für die großflächige Wärmeversorgung.






