Solingen kämpft gegen Kälte: Bezirksbürgermeister fordert schnelle Hilfe für Obdachlose
Jonas GüntherSolingen kämpft gegen Kälte: Bezirksbürgermeister fordert schnelle Hilfe für Obdachlose
Solingens Bezirksbürgermeister Marc Westkämper hat zu einem geschlossenen Vorgehen aufgerufen, um obdachlosen Menschen in der Stadt zu helfen. Angesichts der Kälte, die ernsthafte Risiken birgt, betont er, dass der Schutz gefährdeter Bürgerinnen und Bürger absolute Priorität haben müsse. Gleichzeitig weist er Vorwürfe zurück, sein Ansatz beinhalte politische Bündnisse mit der AfD.
Die Thematik hat in den letzten Monaten an Dringlichkeit gewonnen, da mehrere Menschen regelmäßig im Ohligser Unterführungsbereich übernachten. Zwar sind die genauen Zahlen unklar, doch Westkämper macht deutlich, dass sofortiges Handeln notwendig sei, um Erkrankungen oder sogar Todesfälle bei eisigen Temperaturen zu verhindern. Für ihn ist dies eine moralische Verpflichtung und kein bloßes politisches Diskussionsthema.
Westkämper stellt klar, dass die Hilfe für Obdachlose und die Berücksichtigung der Anliegen der Anwohnerinnen und Anwohner keine gegensätzlichen Ziele seien. Vielmehr müssten beide Herausforderungen im Dialog und durch geteilte Verantwortung gemeinsam angegangen werden. Er zeigt sich offen für Gespräche mit allen Fraktionen im Bezirksrat, um praktikable Lösungen zu finden.
Die CDU-Fraktion hat bereits Initiative ergriffen und Ladenbesitzer, Sozialverbände sowie weitere Beteiligte zu einer Gesprächsrunde am 19. Februar eingeladen. Westkämper hofft, dass dies zu einer konstruktiven Zusammenarbeit führt – noch vor der Sitzung des Bezirksrates Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid am 23. Februar. Sein Ziel ist eine einheitliche Strategie, die Unterstützung für Obdachlose mit den Bedürfnissen der lokalen Bevölkerung in Einklang bringt.
Trotz Kritik weist er entschieden zurück, bei einem jüngsten CDU-Antrag auf die Unterstützung der AfD gesetzt zu haben. Stattdessen appelliert er an alle politischen Gruppen, an einem Strang zu ziehen, und betont, dass Obdachlosigkeit eine Aufgabe sei, die gemeinsames Handeln erfordere – und keine Spaltung.
Die anstehende Bezirksratssitzung am 23. Februar wird richtungsweisend für Solingens Umgang mit Obdachlosigkeit sein. Westkämpers Fokus auf Dialog und gemeinsame Lösungsansätze deutet darauf hin, dass er praktische Maßnahmen über politische Grabenkämpfe stellt. Das Ergebnis der Sitzung wird zeigen, wie die Stadt sowohl das Wohl der obdachlosen Menschen als auch die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger in den Griff bekommt.
Solingens Obdachlosendebatte stockt, als politischer Grabenkampf sich vertieft
Die Bezirksvertretungssitzung am 23. Februar führte zu keinem Konsens über die Verschärfung der Straßensatzung, um längere Aufenthalte im U-Bahn-Vorhof von Ohligs zu beschränken. Die Grünen warfen Westkämper vor, einen Kompromiss zu blockieren, während der Vorschlag von CDU/SG Zukunft die AfD-Unterstützung benötigt, um verabschiedet zu werden. Die Diskussionen werden heute fortgesetzt, während sich die politischen Meinungsverschiedenheiten über die Obdachlosenpolitik verschärfen.






