Solingens Mietspiegel-Entwurf gerät wegen methodischer Mängel unter Beschuss
Tobias FischerSolingens Mietspiegel-Entwurf gerät wegen methodischer Mängel unter Beschuss
Fragen zur Methodik: Solingens geplanter qualifizierter Mietspiegel steht in der Kritik
Nach einer offiziellen Anfrage des fraktionslosen SPD-Stadtrats Markus Preuss gibt es Zweifel an Solingens Entwurf für den qualifizierten Mietspiegel. Die Vorlage, die in der Sitzung am 9. November beraten wurde, weist mehrere Ungereimtheiten bei der Berechnung und Einstufung von Mieten auf.
Ein zentraler Kritikpunkt ist die Behandlung von Einbauküchen, die trotz ihres Wertes nicht als Teil einer „teilmöblierten“ Wohnung gewertet werden. Zudem bleibt unklar, wie unter Marktpreis liegende Mieten für Sozialhilfeempfänger in die Berechnungen eingeflossen sind.
Das System vergleicht Wohnungen unterschiedlicher Größe, ohne die Anzahl der Bewohner zu berücksichtigen. Darüber hinaus wird für Immobilien in der Nähe von Grünflächen – wie etwa der von einem Park mit Spielplatz umgebenen Sandstraße 33 – der vorgesehene Aufschlag von 0,50 Euro nicht gewährt. Die Kriterien für die Kategorie G, die die Nähe zu Grünanlagen belohnen soll, sind undurchsichtig: Es fehlt eine klare Definition, wie nah eine Wohnung an einer solchen Fläche liegen muss, um in den Genuss der Höherstufung zu kommen.
Für einige Adressen, darunter die Beethovenstraße 129, wurden zwar Lärmbelastungen dokumentiert, doch der vorgesehene Abschlag von 0,26 Euro pro Quadratmeter bei starkem Verkehr wurde nicht angewandt. Gleichzeitig gewährt der Mietspiegel Zuschläge für nachgerüstete Dämmung, berücksichtigt aber nicht die Immobilien, die bereits die Vorgaben der Energieeinsparverordnung erfüllen.
Der Entwurf des qualifizierten Mietspiegels sieht sich nun mit Vorwürfen mangelnder Transparenz und methodischer Schwächen konfrontiert. Ohne präzisere Richtlinien könnten die Diskrepanzen bei Lärmabschlägen, Grünflächenzuschlägen und Modernisierungsanreizen bestehen bleiben. Bisher hat die Stadtverwaltung die Bedenken öffentlich nicht Stellung genommen.






