Spektakulärer Bankraub in Gelsenkirchen entfacht Debatte über Schließfach-Sicherheit und Geldwäsche

Admin User
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Ein Mann sitzt an einem Tisch mit einer Paketbox, einem Korb mit Einwickelpapier und einem Handy, mit mehreren Kisten hinter ihm.

Kriminalermittler fordern Kontrollmechanismen für Schließfächer - Spektakulärer Bankraub in Gelsenkirchen entfacht Debatte über Schließfach-Sicherheit und Geldwäsche

Ein spektakulärer Bankraub in Gelsenkirchen hat die Debatte über die Sicherheit und Kontrolle von Schließfächern neu entfacht. Die Täter drangen in fast alle 3.250 Kundenfächer ein, nachdem sie den Tresorraum angebohrt hatten – ein Vorfall, der Sorgen über mögliche Geldwäscheaktivitäten schürt. Nun fordert die Bund Deutsche Kriminalbeamter (BDK) schärfere Regulierungen für diese bisher weitgehend ungeregelten Lagerstätten.

Der Raub flog erst am 29. Dezember auf, nachdem ein Feueralarm die Behörden alarmiert hatte. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Diebe die Beute möglicherweise über mehrere Tage abtransportierten. Der Fall offenbart, wie wenig Banken über die Inhalte der Schließfächer ihrer Kunden wissen.

Oliver Huth, Landesvorsitzender der BDK in Nordrhein-Westfalen, kritisiert, dass Schließfächer eine „blinde Stelle“ in der Finanzaufsicht darstellen. Selbst nach der sechsten EU-Geldwäscherichtlinie unterlägen sie keinerlei Kontrolle. Huth sieht keinen nachvollziehbaren Grund, warum Bargeld in einem Fach statt auf einem Konto aufbewahrt werden sollte – eine Praxis, die organisierter Kriminalität Vorschub leisten könnte. Als Beispiel nannte er den Fall einer Kindergärtnerin, die 300.000 Euro in bar in einem Tresor deponiert hatte, und stellte die Legalität solcher Vermögenswerte infrage. Zwar betont ein Anwalt betroffener Kunden, viele Fachbesitzer könnten den rechtmäßigen Erwerb ihrer Hinterlegungen nachweisen – doch Huth hält es für wahrscheinlich, dass sich darunter auch „schwarze Schafe“ befinden. Große deutsche Banken wie die Deutsche Bank oder die Commerzbank haben sich in den letzten Jahren nicht öffentlich zu ihren Schließfachrichtlinien geäußert. Einzelne regulatorische Verfahren gab es zwar, doch eine grundsätzliche Stellungnahme zur Aufsicht bleibt aus.

Der Gelsenkirchener Coup hat die Lücken in der Verwaltung von Schließfächern schonungslos offengelegt. Da Banken gesetzlich nicht verpflichtet sind, die Inhalte zu erfassen, tun sich die Behörden schwer, Missbrauch zu verhindern. Die Forderung der BDK nach strengeren Kontrollen könnte nun den Weg für eine Neuordnung dieser Lagerstätten ebnen.

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