Streit um höhere Altersgrenze für Feuerwehrleute in NRW eskaliert
Pläne zur Anhebung des Ruhestandsalters für Feuerwehrleute in Nordrhein-Westfalen sorgen für Streit
Das Innenministerium des Landes arbeitet an einem Gesetzentwurf, der die Altersgrenze für Feuerwehrleute in NRW anheben soll – mit dem Argument, damit dem Personalmangel entgegenwirken zu können. Die Gewerkschaft ver.di hingegen hält den Vorstoß für kontraproduktiv: Er schade der Nachwuchsgewinnung und zeige wenig Wertschätzung gegenüber den aktuellen Einsatzkräften.
Aktuell können Feuerwehrleute in Nordrhein-Westfalen mit 60 Jahren in den Ruhestand gehen. Das Ministerium plant eine schrittweise Anhebung der Altersgrenze und verweist dabei auf den demografischen Wandel sowie die Notwendigkeit, die Einsatzfähigkeit der Wehren langfristig zu sichern. Die Behörde ist überzeugt, dass die Änderung mittelfristig die Personallücken verringern wird.
ver.di lehnt die Pläne entschieden ab. Gemeinsam mit der Gewerkschaft Komba übergab die Organisation im März über 5.000 Unterschriften von Feuerwehrleuten an den Landtag. In der Petition forderten die Unterzeichner, die bestehende Altersregelung beizubehalten.
Tjark Sauer, bei ver.di zuständiger Fachbereichsleiter für den Feuerwehrdienst in NRW, warnte, eine höhere Altersgrenze könnte Bewerber abschrecken. Angesichts der körperlichen Belastungen im Beruf sei eine ältere Belegschaft auf Dauer nicht tragbar, so Sauer. Die Gewerkschaft kritisiert den Vorstoß zudem als Affront gegen erfahrene Einsatzkräfte und wirft der Politik vor, die eigentlichen Herausforderungen im Feuerwehrwesen zu ignorieren.
Die Entscheidung liegt nun bei den Abgeordneten, während der Gesetzentwurf weiter beraten wird. Sollte die Reform beschlossen werden, beträfe die neue Altersgrenze künftige Neueinstellungen und könnte die Zusammensetzung der Feuerwehrteams nachhaltig verändern. ver.di hat bereits angekündigt, sich weiter gegen die Pläne zur Wehr zu setzen.






