03 May 2026, 08:23

Strompreise in Deutschland erstmals 2024 negativ – wer profitiert wirklich?

Eine Liniengrafik zeigt die Stromerzeugung aus Wind- und Solarenergie in Deutschland mit begleitendem Text.

Strompreise in Deutschland erstmals 2024 negativ – wer profitiert wirklich?

Strompreise in Deutschland erstmals 2024 im Minus – Kund:innen mit dynamischen Tarifen profitieren

Am Sonntag fielen die Strompreise in Deutschland erstmals in diesem Jahr ins Negative – ein Vorteil für Verbraucher:innen mit dynamischen Tarifen. Der ungewöhnliche Preisverfall wurde durch einen starken Anstieg der Erneuerbaren-Energien-Produktion ausgelöst, der die Großhandelspreise auf historische Tiefststände drückte. Einige Haushalte verdienten in Spitzenzeiten der Solar- und Windkraftproduktion sogar Geld, indem sie Strom verbrauchten.

Der Preissturz begann um 9 Uhr morgens, wobei die Großhandelstarife bis 17 Uhr negativ blieben. Zwischen 13 und 14 Uhr erreichten die Kosten mit -250,32 Euro pro Megawattstunde (entspricht -25,03 Cent pro Kilowattstunde) ihren Tiefpunkt. Ein ähnlicher, wenn auch extremerer Einbruch war bereits im Juli 2023 zu beobachten gewesen, als die Preise kurzzeitig auf -500 Euro pro Megawattstunde gefallen waren.

Der sogenannte „Sonnenwind-Effekt“ – wenn Solaranlagen und Windräder auf Vollast laufen – führte zu einem Überangebot im Stromnetz. Dadurch variierten die Nettopreise für Endkund:innen stark: Sie lagen zwischen 4,9 und 11,6 Cent pro Kilowattstunde, sanken in Regionen mit niedrigen Netzentgelten sogar auf -12 Cent. Der niedrigste Verbraucherpreis von -8,6 Cent pro Kilowattstunde wurde in Köln zwischen 13 und 14 Uhr gemessen.

Kund:innen mit dynamischen Tarifen nutzten die Phase, um Solarspeicher oder Elektroautos aufzuladen und so zu profitieren. Später stiegen die Preise jedoch stark an und erreichten zwischen 20 und 21 Uhr mit 36 Cent pro Kilowattstunde den höchsten Wert des Tages.

Negative Großhandelspreise sind inzwischen häufiger geworden: 2023 traten sie 457 Stunden auf – ein Anstieg von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Expert:innen wie Merlin Lauenburg vom Energieanbieter Tibber erwarten aufgrund der anhaltenden Marktunflexibilität ein weiteres Jahr mit Rekordtiefstständen.

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Das Ereignis markiert den ersten negativen Strompreis des Jahres 2024 und unterstreicht den wachsenden Einfluss Erneuerbarer Energien auf das deutsche Stromnetz. Während Nutzer:innen dynamischer Tarife finanziell profitierten, deutet der Trend auf weitere Preisschwankungen in diesem Sommer hin.

Quelle