12 March 2026, 04:34

Studie enthüllt jahrzehntelangen Täterschutz im Erzbistum Paderborn

Schwarz-weißes Foto von Dr. Adolf Fritzen, Bischof von Straßburg, in Priesterkleidung, mit Text unten.

Studie klärt sexuellen Missbrauch in der Erzdiözese Paderborn - Studie enthüllt jahrzehntelangen Täterschutz im Erzbistum Paderborn

Eine neu veröffentlichte unabhängige Studie hat schwere Versäumnisse im Erzbistum Paderborn aufgedeckt. Zwischen 1941 und 2022 sollen die verantwortlichen Kardinäle Täter geschützt und Opfer sexuellen Missbrauchs vernachlässigt haben. Die Erkenntnisse konzentrieren sich auf die Amtszeiten der Kardinäle Lorenz Jaeger und Johannes Joachim Degenhardt.

Die Untersuchung galt dem Erzbistum Paderborn, einer der sieben zentralen katholischen Diözesen Deutschlands. Sein Gebiet erstreckt sich von Minden bis Siegen und von Herne bis Höxter und umfasst 1,3 Millionen Katholiken in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen. Die Forscher stellten fest, dass sowohl Jaeger als auch Degenhardt wiederholt Täter deckten, während sie den Überlebenden kaum Beachtung schenkten.

Ursprünglich sollte die Studie bereits früher veröffentlicht werden, doch es kam zu Verzögerungen. Die COVID-19-Pandemie und ein unerwartet großer Umfang an Quellenmaterial verschoben die Veröffentlichung auf das Jahr 2026. In einer zweiten Phase wird nun der Zeitraum von 2002 bis 2022 untersucht, der die Amtszeit von Erzbischof Hans-Josef Becker abdeckt.

Bisher liegt keine offizielle Stellungnahme der deutschen katholischen Kirche zu diesen Vorwürfen vor.

Der Bericht zeigt ein Muster des Täterschutzes und der Gleichgültigkeit gegenüber Opfern über acht Jahrzehnte hinweg. Weitere Recherchen werden sich bis ins 21. Jahrhundert erstrecken und die jüngere Führungsebene unter die Lupe nehmen. Die Ergebnisse reiht sich in die anhaltende Kritik an der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen durch die Kirche in Deutschland ein.

Quelle