Syriens Gesundheitsminister besucht Solingen – Brücke zwischen Krisenmedizin und deutscher Expertise
Tobias FischerSyriens Gesundheitsminister besucht Solingen – Brücke zwischen Krisenmedizin und deutscher Expertise
Syriens Gesundheitsminister, Musaab Nazzal al-Ali, besuchte am Donnerstag das Städtische Klinikum Solingen. Der Besuch markiert einen Schritt hin zu engeren medizinischen Beziehungen zwischen beiden Ländern. Al-Ali absolvierte selbst eine fünfjährige Facharztausbildung zum Neurochirurgen in Solingen, bevor er 2025 nach Syrien zurückkehrte.
Zum Gesundheitsminister ernannt wurde al-Ali nach Abschluss seiner neurochirurgischen Weiterbildung in Deutschland. Seine Rückkehr folgte auf Jahre des Konflikts, die die medizinische Infrastruktur Syriens zerstörten. Zahlreiche Krankenhäuser wurden dem Erdboden gleichgemacht, und lebenswichtige Ausrüstung ist bis heute Mangelware.
Der Krieg löste zudem eine Massenflucht qualifizierter Fachkräfte aus: Über 6,8 Millionen Syrerinnen und Syrer flohen ins Ausland, darunter viele Ärztinnen, Ärzte und Spezialisten. Dennoch leisten syrische Mediziner im Ausland weiterhin wichtige Hilfe – allein im vergangenen Jahr führten sie 10.800 Operationen in ihrer Heimat durch.
Während seines Besuchs erörterte al-Ali Pläne für eine intensivere Zusammenarbeit. Ein mögliches Austauschprogramm könnte syrische Medizinstudierende und Assistenzärzte nach Deutschland bringen. Der Minister äußerte zudem die Hoffnung auf langfristige Partnerschaften mit dem Städtischen Klinikum Solingen.
Der Besuch unterstreicht die anhaltenden Bemühungen Syriens, das Gesundheitssystem wiederaufzubauen. Angesichts von Personal- und Materialknappheit könnte internationale Unterstützung eine Schlüsselrolle spielen. Al-Alis Erfahrung mit dem deutschen Gesundheitssystem könnte in den kommenden Jahren eine wichtige Stütze für diese Bestrebungen sein.






