24 March 2026, 04:17

THTR-300 in Hamm: Steuerzahler zahlen für das teure Atom-Erbe bis 2044

Liniengraph, der die nuclear-generated electric energy von 2021 bis 2022 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

THTR-300 in Hamm: Steuerzahler zahlen für das teure Atom-Erbe bis 2044

Der THTR-300-Reaktor in Hamm – ein problembehaftetes Hochtemperatur-Kernkraftprojekt – hinterlässt die Steuerzahler mit immensen Stilllegungskosten. Nach Jahren technischer Pannen und finanzieller Belastungen steht das Betreiberunternehmen nun vor der Insolvenz, wodurch die Last auf die Öffentlichkeit abgewälzt wird. Ein jüngstes Gerichtsurteil bestätigte, dass weder der Bund noch Nordrhein-Westfalen zusätzliche Kosten über ihre bisherigen Verpflichtungen hinaus tragen müssen.

Der Bau des THTR-Reaktors begann mit massiver Steuerfinanzierung: Der Bund steuerte 1,284 Milliarden Euro bei, das Land NRW weitere 233 Millionen Euro. Konzipiert als Weiterentwicklung militärischer Graphitreaktoren, nutzte er ursprünglich Brennstoffkugeln mit 93-prozentig angereichertem, waffenfähigem Uran.

1977 stoppte US-Präsident Jimmy Carter die Lieferungen von hochangereichertem Uran, wodurch der Zugang zu diesem Material versperrt wurde. Dennoch lief der Reaktor nur 423 Tage unter Volllast – in dieser Zeit kam es zu 125 meldepflichtigen Störfällen. Die anhaltenden Probleme führten schließlich 1989 zur Abschaltung.

Seitdem beliefen sich die Stilllegungskosten auf rund 441 Millionen Euro: Der Bund übernahm 133 Millionen, NRW 152 Millionen und die Betreiberfirma Hochtemperatur-Kernkraftwerk GmbH (HKG) 156 Millionen. Doch am 23. September 2025 stellte das Amtsgericht Dortmund HKG unter vorläufige Insolvenzverwaltung – die verbleibenden Kosten tragen nun die Steuerzahler.

Das Oberlandesgericht Düsseldorf entschied später, dass weder Land noch Bund weitere Ausgaben übernehmen müssen. Der Reaktor verbleibt bis 2027 in sicherem Einschluss, ab 2028 beginnen die Vorbereitungen für den Rückbau, der bis 2044 andauern soll. Unterdessen lagern in Ahaus 305 Castor-Behälter mit etwa 675.000 bestrahlten Brennstoffkugeln – eine Endlagerung steht noch aus.

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Keine klaren Unterlagen belegen eine Verbindung zwischen Bielefeld, Aachen, Hagen oder Wuppertal und der Aktienentwicklung oder Energieinfrastruktur von HKG seit 1968. Ein geringer Verweis auf ein Wuppertaler Klimainstitut tauchte in einem Bericht des NRW-Landtags auf, doch weitere Details fehlen.

Das Erbe des THTR-Reaktors umfasst Jahrzehnte finanzieller Belastungen und ungelöste Fragen der Atommülllagerung. Mit der Insolvenz von HKG tragen die Steuerzahler nun die vollen Stilllegungskosten. Der Rückbau soll bis 2044 dauern, während die strahlenden Abfälle in Zwischenlagern verbleiben – ohne absehbare dauerhafte Lösung.

Quelle