27 April 2026, 12:25

Von Mondmenschen bis zum Börsen-Crash: Die größten Medienhoaxes aller Zeiten

Plakat eines lachenden Menschen mit wilden Haaren, weit aufgerissenen Augen und einem breiten Grinsen, vor einem hellgelben Hintergrund, mit der Aufschrift "McFadden's Row of Flats: The Comedy That Has Made Many Millions Laugh."

Von Mondmenschen bis zum Börsen-Crash: Die größten Medienhoaxes aller Zeiten

Medien-Enthüllungen und Falschmeldungen haben seit jeher für Verwirrung, Panik und sogar finanzielle Verluste gesorgt. Manche begannen als Scherz oder Satire, entfalteten dann aber reale Folgen. Über die Jahrhunderte hinweg haben erfundene Geschichten das Publikum getäuscht, Märkte durcheinandergebracht und zu juristischen Auseinandersetzungen geführt.

Einer der frühesten großen Medienhoaxes datiert auf das Jahr 1835 zurück. Die Zeitung The Sun veröffentlichte eine Artikelserie, in der behauptet wurde, Astronomen hätten Leben auf dem Mond entdeckt. Leser erfuhren von fledermausähnlichen Humanoiden, üppigen Wäldern und seltsamen Kreaturen – alles als wissenschaftliche Tatsache präsentiert. Die Berichte lösten eine breite Debatte aus und untergruben zeitweise das Vertrauen in seriöse wissenschaftliche Berichterstattung.

1980 sendete ein Fernsehsender in Boston eine gefälschte Nachrichtensendung über einen Vulkanausbruch am Great Blue Hill. Die Übertragung zeigte inszenierte Aufnahmen von Lavaströmen und panischen Anwohnern. Notrufdienste wurden mit Anrufen überflutet, und die lokalen Behörden mussten versichern, dass kein Ausbruch stattfand.

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Die BBC verwischte 1992 mit der Live-Sendung Ghostwatch die Grenze zwischen Fiktion und Realität. Die als live präsentierte Reportage zeigte eine Familie, die angeblich von einem Poltergeist heimgesucht wurde. Viele Zuschauer hielten die Ereignisse für echt – mit der Folge, dass es zu Angstzuständen, offiziellen Beschwerden und anhaltenden Kontroversen kam.

1996 schaltete die Fast-Food-Kette Taco Bell eine ganzseitige Anzeige, in der sie behauptete, die Freiheitsglocke gekauft zu haben. Der Streich löste Empörung aus, und beim National Park Service gingen Protestanrufe ein. Später gab das Unternehmen bekannt, dass es sich um einen Aprilscherz handelte.

Ein 2004 von der Aktivistengruppe The Yes Men inszenierter Scherz hatte finanzielle Folgen. Ein Mitglied gab sich als Sprecher des Chemiekonzerns Dow Chemical aus und kündigte an, das Unternehmen übernehme die volle Verantwortung für die Bhopal-Katastrophe von 1984. Die falsche Erklärung führte zu einem kurzfristigen Kurssturz der Dow-Aktie, bevor der Schwindel aufflog.

Auch Satire kann nach hinten losgehen – wie 2012, als The Onion eine gefälschte Umfrage veröffentlichte, laut der ländliche weiße Amerikaner den iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad gegenüber Barack Obama bevorzugten. Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Fars übernahm die Meldung als wahr und verbreitete so Fehlinformationen international.

Ein 2007 vom Radiosender KGB-FM veranstalteter Wettbewerb mit dem Titel "Hold Your Wee for a Wii" endete tragisch. Eine Teilnehmerin trank übermäßig viel Wasser, um eine Nintendo-Wii-Konsole zu gewinnen, und starb an einer Wasservergiftung. Der Vorfall führte zu Klagen und strengeren Regeln für Werbeaktionen.

2013 hackten Unbekannte den Twitter-Account der Nachrichtenagentur Associated Press und verbreiteten eine falsche Meldung über Explosionen im Weißen Haus. Der Tweet löste einen Kursrutsch des Dow-Jones-Index um fast 150 Punkte aus, bis Händler den Schwindel durchschauten.

Sogar der Tech-Riese Google erntete 2016 Kritik für seinen Aprilscherz: Die "Mic Drop"-Funktion in Gmail erlaubte es Nutzern, E-Mails mit einem Minions-GIF zu versenden und anschließende Antworten zu blockieren. Einige nutzten die Funktion versehentlich in beruflichen Nachrichten – mit der Folge verlorener Jobchancen und Beschwerden.

Diese Vorfälle zeigen, wie schnell erfundene Geschichten Verbreitung finden und reale Schäden anrichten können. Von finanziellen Verlusten bis zu öffentlicher Panik – die Folgen reichen oft weit über den ursprünglichen Scherz hinaus. In einer Zeit, in der sich Falschinformationen innerhalb von Sekunden viral verbreiten, sind Medienkompetenz und Faktenprüfung unverzichtbarer denn je.

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