Wasserstoffbranche zwischen Ölpreisschock und Investorenzweifeln – wer überlebt die Krise?
Tobias FischerWasserstoffbranche zwischen Ölpreisschock und Investorenzweifeln – wer überlebt die Krise?
Wasserstoffunternehmen zwischen Herausforderungen und Chancen: Ölpreisschock und Investorenzweifel prägen die Branche
Die Wasserstoffbranche steht vor einer gemischten Lage: Während die Ölpreise stark steigen und das Vertrauen der Anleger schwindet, kämpfen einige Unternehmen mit fallenden Aktienkursen und operativen Rückschlägen – doch gleichzeitig könnte die Teuerung fossiler Brennstoffe die Nachfrage nach sauberen Alternativen befeuern. Hinzu kommt die Unsicherheit im Energiemarkt, die durch Zweifel an der Zukunft des KI-Sektors noch verstärkt wird.
Innerhalb der letzten sechs Monate sind die Ölpreise deutlich angestiegen und erreichten Anfang März 2026 fast 120 Euro pro Barrel. Auslöser war eine Versorgungskrise infolge des US-israelischen Konflikts mit dem Iran sowie die Sperrung der Straße von Hormus. Zwar gaben die Preise bis Mitte März wieder nach – auf etwa 100 Euro (Brent) bzw. 94–95 US-Dollar (WTI) –, doch die Volatilität hat das Interesse an Wasserstoff als stabiler Energiequelle neu entfacht.
Das norwegische Unternehmen Nel ASA, dessen Kerngeschäft auf Wasserstoff basiert, notiert mit seinem Aktienkurs knapp über dem Rekordtief von 0,17 Euro. Trotz schwacher Auftragseingänge und rückläufiger Umsätze bleibt eine kleine Gruppe von Investoren optimistisch. Am Montag eröffnete die Aktie in Stuttgart mit einem Plus von 2,5 Prozent bei 0,192 Euro.
Auch der britische Wasserstoffspezialist ITM Power gab bekannt, eine finale Investitionsentscheidung für ein großes Projekt getroffen zu haben. Dennoch fiel der Aktienkurs um 2,1 Prozent auf 0,73 Euro – ein Zeichen für den Druck, endlich greifbare Ergebnisse vorlegen zu müssen. Die Geduld der Anleger schwindet, solange Erfolgserlebnisse ausbleiben, die ihr Vertrauen rechtfertigen.
Bloom Energy, das im vergangenen Jahr einen großen Brennstoffzellenauftrag von Oracle erhalten hatte, konnte seitdem keine weiteren Deals abschließen. Die Enttäuschung über stockendes Wachstum belastet den Aktienkurs.
In Deutschland stehen die wasserstoffbetriebenen Müllfahrzeuge der Stadt Bielefeld wegen Treibstoffmangels still. Lokale Verantwortliche winken ab und sprechen von Kinderkrankheiten – betonen aber, weiterhin auf die Wasserstofftechnologie zu setzen.
Der jüngste Ölpreisanstieg könnte die Aussichten für Wasserstoffunternehmen verbessern, indem er die Nachfrage nach grünen Energielösungen steigert. Unternehmen wie Nel ASA und ITM Power müssen nun unter Beweis stellen, dass sie wirtschaftlich tragfähig sind, um die Unterstützung der Investoren nicht zu verlieren. Gleichzeitig stellen operative Hürden und Marktskepsis die Widerstandsfähigkeit der Branche weiter auf die Probe.






