Willich: Eltern protestieren gegen höhere Kita-Gebühren und gekürzte Geschwisterrabatte
Tobias FischerWillich: Eltern protestieren gegen höhere Kita-Gebühren und gekürzte Geschwisterrabatte
Eltern in Willich protestieren gegen geplante Änderungen bei den Kita-Gebühren
Der Stadtrat von Willich plant Anpassungen bei Geschwisterrabatten und Gebührenerhöhungen, um die Haushaltslage zu entlasten. Doch viele Familien sehen darin eine ungerechte finanzielle Belastung.
Die Diskussion um die Kosten für Kinderbetreuung in Willich zieht sich bereits länger hin – ohne Lösung. Probleme wie Personalmangel, Schließungen von Einrichtungen und Finanzierungslücken bleiben bestehen. Nun sucht die Stadt nach neuen Wegen, um Ausgaben zu senken und Einnahmen zu steigern.
Ein Vorschlag sieht vor, die Befreiungen für Geschwisterkinder zu kürzen, was zusätzliche 500.000 Euro einbringen könnte. Ein weiterer plant, dynamische Gebührenanpassungen auf drei Prozent zu begrenzen, wodurch 100.000 Euro mehr in die Stadtkasse fließen würden. Eltern reagieren verärgert und haben eine Petition gegen die Pläne gestartet.
Bürgermeister Christian Pakusch betonte, dass die Stadt die Geschwisterermäßigungen nicht komplett streichen wolle. Stattdessen könnten sie reduziert werden – etwa auf 75 oder 80 Prozent für den ersten Geschwisterrabatt in der Kita und 60 oder 70 Prozent für die Nachmittagsbetreuung. Der Jugendhilfeausschuss der Elternvertretung (JAEB) lehnt jedoch jegliche Geschwistergebühren oder höhere Anpassungen ab.
Auch die SPD-Fraktion wehrt sich dagegen, den Haushalt auf Kosten der Eltern auszugleichen. In Nachbarstädten wie Nettetal und Kempen werden bereits durchgehend 50 Prozent der regulären Gebühren für Geschwisterkinder berechnet. Der Haupt- und Finanzausschuss hat nun eine Überprüfung der Elternbeitragsregelungen angeordnet; Änderungen sollen bis zum 28. April vorgelegt werden.
Die Pläne der Stadt könnten zwar die finanzielle Belastung verringern, stoßen aber auf starken Widerstand. Eltern und Interessenverbände argumentieren, dass die Änderungen die Kinderbetreuung weiter verteuern würden. Eine endgültige Entscheidung über die Gebührenanpassungen wird nach der Prüfung am 28. April erwartet.






