Willichs umstrittenes Wohnprojekt Moltkedorf spaltet Anwohner und Stadtverwaltung
Lotta MüllerWillichs umstrittenes Wohnprojekt Moltkedorf spaltet Anwohner und Stadtverwaltung
Willich treibt ein großes Wohnbauprojekt voran, um den dringenden Bedarf an neuen Wohnungen zu decken. Die Stadt plant, das 2,9 Hektar große Gelände Moltkedorf in ein Wohngebiet mit 200 Wohneinheiten umzuwandeln. Doch Anwohner erheben massive Einwände wegen des Verkehrs, Lärms und des Verlusts von Grünflächen.
Der ursprüngliche Entwurf sieht Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften und mehrgeschossige Wohnungen vor, die um Innenhöfe gruppiert sind. Viele Bewohner kritisieren jedoch, dass das Projekt zu dicht bebaut sei und ihre Lebensqualität beeinträchtigen werde.
Die Bebauung in Moltkedorf ersetzt eine ehemalige Flüchtlingsunterkunft, die bis Ende des Jahres geschlossen werden soll. Die städtischen Pläne umfassen Tiefgaragen, Radwege und Fußgängerverbindungen zur Kruse-Straße und An Liffersmühle. Ein Einbahn-Kreislaufsystem sowie Grünflächen sollen zudem die Klimaresilienz verbessern.
Die Anwohner bemängeln jedoch das Ausmaß des Vorhabens. Viergeschossige Gebäude würden direkt an ihre Kleingärten grenzen und – wie sie es beschreiben – eine "hohe Mauer aus Wohnungen" bilden. Bereits Anfang 2026 wurden über 70 Unterschriften gesammelt, später reichten 156 Bewohner eine gemeinsame Stellungnahme gegen die Pläne ein.
Ihre Bedenken gehen über ästhetische Aspekte hinaus. Verkehrsstaus, Parkplatzmangel und zunehmende Lärmbelastung stehen ganz oben auf der Liste. Auch ökologische Sorgen wurden laut, insbesondere wegen des Verlusts eines Grünstreifens an der Moltkestraße 31–35. Die Anwohner fordern, das Gelände als Grünfläche zu erhalten oder in Sportanlagen umzuwandeln. Zudem schlagen sie vor, bezahlbaren Wohnraum vorrangig auf bestehenden Brachflächen zu schaffen.
Die Stadt betont, dass das Projekt der Wohnungsnot in Willich entgegenwirke. Doch der Widerstand wächst weiter – die Bürger verlangen Änderungen bei der Bebauungsdichte, der Gestaltung und den ökologischen Auswirkungen.
Das Moltkedorf-Projekt bleibt umstritten: 156 Anwohner lehnen die aktuellen Pläne offiziell ab. Ihre Alternativvorschläge umfassen den Erhalt von Grünflächen, die Schaffung von Freizeiteinrichtungen und die Verlegung von Wohnungsbau auf Brachflächen. Nun steht die Stadt vor der Herausforderung, den Wohnungsbedarf mit den Interessen der Bürgerschaft in Einklang zu bringen, bevor es weitergeht.






