13 March 2026, 14:17

ZDK-Reformen spalten die Kfz-Branche: Transparenz oder Machtkampf?

Ein altes deutsches Aktienzertifikat mit blauer Umrandung und der Aufschrift "Schweiz Wagons-Fabrik A.G."

ZDK-Reformen spalten die Kfz-Branche: Transparenz oder Machtkampf?

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat seine Satzung grundlegend überarbeitet – ein Schritt, der als Vorstoß für mehr Transparenz und Branchenzusammenhalt beworben wird. Die im Januar angekündigten Reformen erfolgen vor dem Hintergrund wachsender Spannungen mit dem Zentralverband Deutches Kraftfahrzeuggewerbe (ZVK). Während die ZDK-Führung betont, die Änderungen spiegelten aktuelle Anforderungen wider, offenbaren die Auseinandersetzungen tiefere Gräben in der Branche.

Die neuen Regelungen streichen die bisher garantierten Sitze für ZVK-Vorstandsmitglieder in den ZDK-Gremien. Stattdessen soll künftig ein Vertreter aus der Handwerksführung kommen – das Ende des bisherigen Systems gemeinsamer Personalunion. ZDK-Präsident Thomas Peckruhn und Geschäftsführer Jürgen Hasler argumentieren, die Neuerungen würden Entscheidungsprozesse klarer und repräsentativer für die Werkstätten gestalten.

Personalentscheidungen werden künftig durch demokratische Abstimmungen in der Mitgliederversammlung getroffen. Der ZDK versichert, etablierte Branchenvertreter könnten weiterhin in Führungspositionen aufsteigen, doch der Prozess werde offener gestaltet. Gleichzeitig hat der Verband direkte Wege für Werkstätten geschaffen, sich dem Bonner Hauptsitz anzuschließen – selbst wenn ihre Landesverbände den ZVK verlassen sollten. Damit sollen sie vor Isolation geschützt werden.

Die Reformen folgen einem langwierigen Streit über Gebühren für Fahrzeuguntersuchungen, auch wenn die gerichtlichen Auseinandersetzungen dazu inzwischen an Dynamik verloren haben. Der ZDK bezeichnet die aktuelle Spaltung als ein "bewusst herbeigeführtes Szenario" und wirft dem ZVK vor, die Trennung erzwungen zu haben. Bundesinnungsmeister Detlef Peter Grün hingegen beharrt darauf, der ZVK bleibe die authentische Stimme der Werkstattbetriebe.

Um den Übergang zu erleichtern, plant der ZDK eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit in den betroffenen Regionen. Ziel ist es, die Gründe für die Reformen und mögliche Folgen zu erklären, falls sich Landesverbände vom ZVK zurückziehen. Die Bonner Führung hat zudem signalisiert, eine Zusammenarbeit mit dem ZVK sei denkbar – allerdings nur, wenn dieser die neuen Strukturen akzeptiert und die politikgestaltende Autorität des ZDK anerkennt.

Die Änderungen markieren eine klare Verschiebung hin zu einer stärker zentralisierten Steuerung unter dem ZDK, bei der demokratische Wahlen automatische Ernennungen ersetzen. Werkstätten erhalten nun alternative Wege, um mit dem Bonner Hauptsitz verbunden zu bleiben. Ob die Reformen zu einer Versöhnung oder weiteren Spaltung führen, hängt davon ab, wie der ZVK auf das neue Rahmenwerk reagiert.

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