Zuckerrübenanbau in Deutschland kämpft um Überleben gegen Preisdruck und Schädlinge
Ida KönigZuckerrübenanbau in Deutschland kämpft um Überleben gegen Preisdruck und Schädlinge
Deutscher Zuckerrübenanbau gerät unter Druck
Die deutschen Zuckerrübenbauern kämpfen mit sinkenden Preisen, schrumpfenden Anbauflächen und neuen Bedrohungen durch Schädlinge und Krankheiten. Zwischen 2023 und 2026 ist die mit Zuckerrüben bestellte Fläche um 15 bis 20 Prozent zurückgegangen – von etwa 38.000 Hektar auf geschätzte 30.000 bis 32.000 Hektar. Landwirte wie Marius Feldmann testen nun neue Pflanzenschutzmethoden, um Erträge und Gewinne zu sichern.
Mehrere Faktoren belasten die Produktion Der Rückgang im Zuckerrübenanbau hat verschiedene Ursachen: Geringere EU-Quoten, steigende Produktionskosten und klimabedingte Herausforderungen treffen vor allem Schlüsselregionen wie Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Gleichzeitig drücken zollfreie Zuckerimporte im Rahmen des Mercosur-Abkommens die Preise weiter nach unten.
Unkraut, Krankheiten und Schädlinge verschärfen die Lage Resistente Hirsearten, Blattkrankheiten und das durch die Zikade Hyalesthes obsoleta verbreitete "Niedrigzucker-Syndrom" mindern sowohl Ertrag als auch Qualität. Auf seinem Hof in Höxter hat Feldmann Rinpode erprobt, ein neues Herbizid mit dem Wirkstoff Florpyrauxifen-benzyl. Auf 44 Hektar im zweiten Nachauflaufverfahren eingesetzt, erwies es sich als einfach anwendbar und gut kombinierbar mit anderen Behandlungen.
Erste Erfolge – aber noch keine Dauerlösung Vorläufige Ergebnisse deuten darauf hin, dass Rinpode den Landwirten helfen könnte, die Kontrolle zurückzugewinnen. Versuche zeigen, dass es Hirse effektiv unterdrückt, ohne die Zuckerrüben nennenswert zu schädigen – und so den Ertrag um bis zu eine Tonne Zucker pro Hektar steigern könnte. Zwar bleiben reguläre Zulassungen für Pflanzenschutzmittel die bevorzugte Lösung, doch könnte im Jahr 2026 politische Unterstützung für Notfallzulassungen nötig werden, um weitere Verluste abzuwenden.
Ohne wirksame Gegenmaßnahmen droht sich die Lage weiter zu verschärfen – mit Risiken für die heimische Produktion und regionale Zucker-Lieferketten. Neue Lösungen wie Rinpode bieten zwar Ansätze gegen Unkraut und Ertragsverluste, doch ihr langfristiger Erfolg hängt sowohl von regulatorischer Rückendeckung als auch von der Anpassungsfähigkeit der Landwirte ab.






