20 March 2026, 22:15

3-Millionen-Betrug: Krankenschwester und Apotheker vor Gericht in Köln

Großer rechteckiger Verbandkasten mit leicht geöffnetem Deckel, beschriftet mit "Großer Verbandkasten" in fetter schwarzer Schrift.

3-Millionen-Betrug: Krankenschwester und Apotheker vor Gericht in Köln

In Köln müssen sich eine Krankenschwester und ein Apotheker wegen ihres mutmaßlichen Involvements in einen 3-Millionen-Euro-Betrug bei der Krankenversicherung vor Gericht verantworten. Den beiden wird vorgeworfen, über einen Zeitraum von zwei Jahren falsche Abrechnungen für teure Wundauflagen eingereicht zu haben.

Zwischen Februar 2020 und Juli 2022 beschaffte sich das Unternehmen der Krankenschwester demnach gefälschte Rezepte für das SymbioInfekt TheraKit – eine Wundauflage, die pro Packung etwa 3.400 Euro kostet. Die überflüssigen Produkte wurden anschließend bei den Krankenkassen abgerechnet, was zu unrechtmäßigen Erstattungen in Höhe von 3,6 Millionen Euro führte.

Laut Staatsanwaltschaft behielt der Apotheker den Großhandelspreis der Verbände ein, abzüglich einer Provision von 10 Prozent für das Unternehmen der Krankenschwester. Den Ermittlern zufolge arbeiteten die beiden in 30 Fällen von gewerblichem Betrug bewusst zusammen und handelten dabei mit gemeinsamer krimineller Absicht.

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Der Apotheker bestreitet, von dem Betrug gewusst zu haben. Vor Gericht erklärte er, er habe den Zusicherungen über geringere Kosten vertraut und geglaubt, dass Wundversorger keine direkten Abrechnungen mit den Krankenkassen vornehmen dürften. Im Falle einer Verurteilung müsste er den vollen Schadensbetrag zurückerstatten – rund 900.000 Euro wurden bereits in monatlichen Raten von 10.000 Euro zurückgezahlt.

Eine weitere Rückforderung von Geldern beim Geschäftspartner der Krankenschwester gilt als unwahrscheinlich, da das beteiligte Unternehmen inzwischen Insolvenz angemeldet hat.

Der Prozess geht weiter, während die Staatsanwaltschaft die Beteiligung der beiden an dem Betrug nachweisen will. Sollte der Apotheker schuldig gesprochen werden, droht ihm die volle finanzielle Wiedergutmachung, während das Unternehmen der Krankenschwester insolvent bleibt. Der Fall unterstreicht die finanziellen Risiken durch betrügerische Abrechnungspraktiken im Gesundheitswesen.

Quelle