Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen Kultursymbole – doch nicht alle dürfen bleiben
Jonas GüntherWenn's grün ist, hoppeln Sie weiter - spezielle Ampelmotive im Aufwind - Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen Kultursymbole – doch nicht alle dürfen bleiben
Mehrere bayerische Städte ersetzen klassische Ampelmännchen durch regionale Kultursymbole
Die Initiative soll die lokale Identität stärken – doch nicht alle Entwürfe erhalten offizielle Unterstützung.
Anwohner begrüßen die verspielten Änderungen, weshalb immer mehr Gemeinden thematische Figuren an Fußgängerampeln einführen.
Nürnberg machte den Anfang und installierte eine Ampel mit Albrecht Dürers "Feldhasen". Die Stadt holte sich keine Genehmigung von übergeordneter Stelle ein, mit der Begründung, Kommunen seien für ihre Verkehrssysteme – und damit auch für etwaige Haftungsfragen bei Unfällen – selbst verantwortlich. Eine offizielle Erlaubnis wurde nie beantragt.
Augsburg hingegen sicherte sich für seine "Kasperl"-Figur in der Nähe des Theaters eine Sondergenehmigung der Regierung von Schwaben. Die Figur, eine lokale Puppentradition, leitet Fußgänger nun rechtmäßig über die Straße.
Hof scheiterte zunächst mit seinem Entwurf des "Wärschtlamo" – eines Würstchenverkäufers in traditioneller Tracht. Erst als die SPD-Stadtratsfraktion die Kosten von 3.000 Euro übernahm, willigten die Behörden ein. Bald wird die Figur an Ampeln zu sehen sein.
Auch andere Städte springen auf den Trend auf: München zeigt drei "Pumuckl"-Ampeln, Straubing den "Bruder Straubinger". In Dachau tragen die Ampelfiguren bayerische "Tracht", und in Deggendorf wirft eine Frau Knödel – zumindest symbolisch.
Doch das bayerische Innenministerium bleibt skeptisch. Es warnt, dass individuelle Designs Fußgänger verwirren könnten, und betont, dass Verkehrssignale aus Sicherheitsgründen sofort erkennbar sein müssen.
Die thematischen Ampelmännchen spiegeln lokalen Stolz wider, und viele Bürger loben die kreative Note. Während einige Städte eine Genehmigung erhielten, handeln andere einfach – die Zukunft dieser Entwürfe bleibt ungewiss.
Bisher ist nur Nürnbergs "Dürer-Hase" offiziell anerkannt, während es aus anderen bayerischen Städten keine Berichte über erfolgreiche Revisionen abgelehnter Anträge gibt.






