Vonovia wächst kräftig – doch die Mieten explodieren über gesetzliche Grenzen
Jonas GüntherVonovia auf Wachstumskurs - Schulden schneller reduzieren - Vonovia wächst kräftig – doch die Mieten explodieren über gesetzliche Grenzen
Deutschlands größter Vermieter Vonovia verzeichnet starkes Wachstum – doch die Mieten steigen über gesetzliche Grenzen
Vonovia, Deutschlands größter Wohnungsvermieter, hat für das Jahr 2025 ein kräftiges finanzielles Wachstum gemeldet – getrieben von steigenden Mieten. Das Unternehmen verwaltet mittlerweile über eine halbe Million Wohnungen in ganz Europa, doch Kritiker werfen ihm vor, die Wohnkosten über die gesetzlich zulässigen Grenzen hinaus in die Höhe zu treiben.
In den vergangenen fünf Jahren expandierte Vonovia rasant und entwickelte sich zum größten Wohnimmobilienkonzern Europas. Bis 2025 wuchs der Bestand von rund 430.000 auf 570.000 Wohnungen an, darunter Schlüsselübernahmen wie die von Deutsche Wohnen im Jahr 2021. Aktuell besitzt das Unternehmen 531.000 Wohneinheiten in Deutschland, Schweden und Österreich mit einem Gesamtportfolio im Wert von 84,4 Milliarden Euro.
Besonders in den Großstädten stiegen die Mieten in dieser Zeit stark an. In Berlin kumulierten sich die Erhöhungen seit 2020 auf 25 bis 30 Prozent – trotz des vorübergehenden Mietendeckels. München und Wien folgten mit Steigerungen von 35 bis 40 Prozent bzw. 20 bis 25 Prozent. Die durchschnittliche Vonovia-Miete erreichte 2025 8,38 Euro pro Quadratmeter, ein Plus von 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr – und damit höher als der deutsche Durchschnitt von 8,19 Euro.
Auch die finanziellen Kennzahlen verbesserten sich deutlich. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (EBITDA) stieg um 6,0 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Der Nettogewinn erhöhte sich um 5,3 Prozent auf 1,54 Milliarden Euro, angetrieben durch Mieteinnahmen, Immobilienverkäufe und Zusatzdienstleistungen. Die Aktionäre können sich über eine Dividendenerhöhung um drei Cent auf 1,25 Euro pro Aktie freuen.
Um die Schuldenlast zu verringern, verkaufte das Unternehmen 2025 insgesamt 2.333 Wohnungen und plant, jährlich weitere 3.000 bis 3.500 Einheiten abzugeben. Zudem könnten nicht zum Kerngeschäft gehörende Vermögenswerte wie Seniorenimmobilien oder Minderheitsbeteiligungen veräußert werden. Gleichzeitig läuft der Neubau weiter: Aktuell entstehen 4.200 neue Wohnungen, langfristig sind auf eigenen Flächen weitere 65.000 geplant.
Der Deutsche Mieterbund kritisiert Vonovia scharf für "drastische Mieterhöhungen" und wirft dem Konzern vor, teilweise die gesetzlichen Obergrenzen zu überschreiten.
Durch Übernahmen, Mietanpassungen und Immobilienverkäufe hat Vonovia seine finanzielle Performance deutlich gesteigert. Mit einem wachsenden Portfolio und laufenden Bauprojekten bleibt das Unternehmen eine dominierende Kraft auf dem europäischen Wohnungsmarkt. Doch die Mietpolitik steht weiterhin in der Kritik von Mieterverbänden.






