Deutsche Tischtennis-Teams kämpfen in Zadar um EM-Titel ohne Boll
Die ersten Europameisterschaften im Tischtennis seit Timo Bolls Rücktritt beginnen am Sonntag, dem 17. September, in Zadar, Kroatien. Die deutsche Mannschaft reist mit starken Platzierungen und einer erfolgreichen Historie an, doch die Zukunft von Teamwettbewerben bei Olympischen Spielen ist ungewiss.
Das Herren-Team wird von Benedikt Duda (31), Dang Qiu (28) und Patrick Franziska (33) angeführt, die aktuell auf den Plätzen 8, 14 und 15 der Weltrangliste stehen. Ihre letzte große Team-Medaille gewannen sie 2022, als die Männer bei der Weltmeisterschaft in Chengdu Silber holten. Davor hatte Timo Boll 2021 in Houston seine letzte Medaille – Bronze – errungen.
Die Damen-Mannschaft könnte diesmal sogar die Herren übertreffen. Annett Kaufmann gilt als Europas größtes junges Talent, während Sabine Winter (32) mit dem erfolgreichen Wechsel ihrer Belagart und der Anpassung ihres Spielstils für Furore sorgt – eine Seltenheit im Profi-Tischtennis. Trainiert wird das Team von Nationalcoach Tamara Boros (47), einer in Kroatien geborenen Legende, die 2003 als letzte Europäerin eine Einzelmedaille bei einer Weltmeisterschaft gewann.
Deutschlands Vorherrschaft in Teamwettbewerben der vergangenen 20 Jahre umfasst neun EM-Titel, sechs WM-Finals und vier olympische Medaillen. Doch die Zukunft dieser Wettbewerbe ist fraglich: Das Internationale Olympische Komitee (IOC) kündigte kürzlich an, dass die getrennten Herren- und Damen-Teamwettbewerbe künftig durch ein gemischtes Teamformat ersetzt werden sollen.
Das Turnier in Zadar markiert einen Neuanfang für den deutschen Tischtennissport ohne Boll. Zwar bleibt die Mannschaft eine europäische Macht, doch die olympische Reform bedeutet, dass dies einer der letzten großen Teamwettbewerbe in der bisherigen Form sein könnte. Die Deutschen werden versuchen, ihre Erfolgsbilanz auszubauen – während sie sich gleichzeitig auf die veränderte Wettkampflandschaft einstellen.






