22 April 2026, 04:18

EU plant Verbot gefährlicher Chemikalien in Kosmetik – Krebs- und Fruchtbarkeitsrisiken im Fokus

Ein hell erleuchteter koreanischer Kosmetikgeschäftsauslage mit verschiedenen Flaschen, Schachteln und Werbetafeln mit Produktbildern und Text.

EU plant Verbot gefährlicher Chemikalien in Kosmetik – Krebs- und Fruchtbarkeitsrisiken im Fokus

Die Europäische Kommission bereitet ein Verbot einer Gruppe chemischer Stoffe in Kosmetikprodukten vor – als Reaktion auf Sicherheitswarnungen. Prostaglandin-Analoga, die in einigen Schönheitsartikeln enthalten sind, gelten aufgrund möglicher Krebs- und Fruchtbarkeitsrisiken als bedenklich. Ein aktueller Entwurf für ein Arbeitsdokument ebnet nun den Weg für strengere Vorschriften in der gesamten EU.

2023 hatte der Wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit der EU (SCCS) festgestellt, dass Kosmetika mit Prostaglandin-Analoga erhebliche Gesundheitsgefahren bergen. Diese Substanzen, die häufig in Wimpernseren und Anti-Aging-Cremes verwendet werden, stehen im Verdacht, krebsfördernd zu wirken und die Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen. Die Warnung folgte auf jahrelange Überwachung – seit 2012 wurden bereits über 4.000 unsichere Produkte vom Markt genommen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Trotz dieser Maßnahmen sind verbotene Kosmetikartikel weiterhin weit verbreitet im Online-Handel erhältlich. Allein 2025 prüfte das EU-Schnellwarnsystem Safety Gate mehr als 1,6 Millionen Websites und entdeckte dabei über 20.000 verbotene Produkte. Recherchen des Investigativmediums CORRECTIV zeigten zudem, dass selbst große Marken wie Nivea und Schwarzkopf im Jahr 2023 noch Produkte mit verbotenen Chemikalien über Plattformen wie Amazon verkauften.

Deutschland testet jährlich rund 10.000 Kosmetikproben, wobei die Kontrollen von vollständigen chemischen Analysen bis hin zu einfachen Etikettenprüfungen reichen. Zu den problematischen Stoffen zählten unter anderem PFAS (auch "Ewigkeitschemikalien" genannt) sowie Hydrochinon, ein Hautaufhellungsmittel, das als wahrscheinlich krebserregend eingestuft wird. Selbst bei bekannten Produkten – etwa einem Schwarzkopf-Glitzer-Haargel, das im März 2023 erworben wurde – fanden sich verbotene Duftstoffe wie Lilial (BMHCA), die sich negativ auf die Fruchtbarkeit auswirken können.

Das Ausmaß des Problems ist enorm: In Europa kommen täglich 800 neue Kosmetikprodukte auf den Markt. Aktuell sind über 600.000 Artikel im Umlauf, was die Überwachung zu einer ständigen Herausforderung macht. Das geplante Verbot von Prostaglandin-Analoga durch die Kommission würde die Kontrollen in einer ohnehin stark regulierten Branche weiter verschärfen. Angesichts tausender unsicherer Produkte, die vor allem online zirkulieren, stehen die Behörden unter anhaltendem Druck, die Prüfverfahren zu intensivieren. Ziel der Maßnahme ist es, die mit weitverbreiteten Schönheitsartikeln verbundenen Gesundheitsrisiken in der EU zu verringern.

Quelle