30 March 2026, 10:19

Europas Flugbranche ringt um nachhaltige Kraftstoffe trotz strenger EU-Vorgaben

Grünes Hintergrundbild mit fettem weißem Text, der "netto-null-Emissionen bis 2050" liest.

Europas Flugbranche ringt um nachhaltige Kraftstoffe trotz strenger EU-Vorgaben

Nachhaltige Flugkraftstoffe (SAF) gewinnen in Europa an Fahrt – ihr Anteil stieg von 0,6 % im Jahr 2023 auf 2 % in 2024. Neue EU-Vorgaben schreiben Flughäfen vor, zunehmend umweltfreundlichere Kerosinmischungen einzusetzen. Doch steigende Ölpreise und Lieferengpässe belasten den Wandel. Trotz Forderungen der Branche nach Anpassungen betonen Behörden, dass die Ziele unverändert bleiben.

Die Europäische Union hat strenge Regeln für nachhaltige Flugkraftstoffe festgelegt. Ab 2025 müssen 2 % des Treibstoffs an Regionalflughäfen aus SAF bestehen, bis 2030 soll der Anteil auf 6 % steigen. Zusätzlich sieht eine separate Vorgabe vor, dass synthetischer eSAF ab 2030 mindestens 1,2 % des Gesamtbedarfs deckt – bis 2035 sogar 5 %.

Florian Guillermet, Direktor der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA), bestätigte, dass die eSAF-Vorgabe nicht verwässert werde. Gleichzeitig prognostizierte er, dass Europa das 2 %-Ziel für SAF im Jahr 2025 erreichen oder sogar übertreffen werde. Ein hochrangiger EU-Vertreter unterstützte diese Einschätzung und erklärte, das Ziel für 2025 sei vermutlich bereits jetzt übertroffen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Doch der Branchenverband Airlines for Europe (A4E) zeigt sich skeptisch. Die Airline-Allianz argumentiert, das Angebot an eSAF sei zu knapp und die Kosten blieben zu hoch. Sie fordert die Aufsichtsbehörden auf, die Anforderungen zu lockern. Die Europäische Kommission lehnte eine Rücknahme der Vorgaben zwar ab, räumte aber ein, dass mehr getan werden müsse, um die Kosten zu senken und die Verfügbarkeit zu verbessern.

Geopolitische Spannungen verschärfen die Lage zusätzlich. Der Konflikt im Iran hat die Ölpreise in die Höhe getrieben und die Treibstoffversorgung gestört – was die Suche nach Alternativen noch dringlicher macht. 2024 stammte der Großteil des in Europa produzierten SAF (81 %) aus gebrauchtem Speiseöl.

Die EU hält an ihren SAF-Vorgaben fest und bleibt bei den Zielen für 2025 und 2030 unnachgiebig. Die Airlines kämpfen weiterhin mit Versorgungsengpässen und hohen Preisen, doch die Regulierungsbehörden betonen: Der Umstieg auf grüne Kraftstoffe ist alternativlos. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob Europa seinen ehrgeizigen Kurs mit der nötigen Praxistauglichkeit vereinen kann.

Quelle