Evonik kämpft um Marktanteile gegen Chinas Methionin-Offensive

Admin User
2 Min.
Ein Prospekt, der Pfeffersoße bewirbt, mit einem darunter liegenden Blatt, auf dem verschiedene Currys beworben werden.

Evonik kämpft um Marktanteile gegen Chinas Methionin-Offensive

Der Essener Spezialchemiekonzern Evonik gerät zunehmend unter Druck, da Chinas rasante Expansion in der Methionin-Produktion eine der profitabelsten Sparten des Unternehmens bedroht. Der Aktienkurs ist nahe an ein 52-Wochen-Tief gerutscht, während Analysten vor schrumpfenden Gewinnen und strukturellen Herausforderungen warnen.

Chinas Bestreben, die Methionin-Herstellung zu dominieren, stellt ein erhebliches Risiko für Evoniks finanzielle Stabilität dar. Das Land plant, bis Anfang der 2030er-Jahre die Kapazitäten um 1,5 Millionen Tonnen auszubauen – ein globaler Anstieg um 50 Prozent, der den lokalen Bedarf um das 2,5-Fache übersteigt. Diese Überkapazitäten könnten Evoniks Marktanteile aushöhlen, da die Methionin-Sparte im vergangenen Jahr rund 300 Millionen Euro zum EBITDA beisteuerte.

Die Berenberg Bank stufte Evonik am 7. Januar auf "Verkaufen" herab und senkte das Kursziel von 14,60 auf 11,60 Euro. Als Begründung nannte die Bank grundlegende Risiken, darunter mögliche Preiskorrekturen nach den starken Anstiegen in den Jahren 2021 und 2022. Sieben von zehn zentralen Preisindikatoren deuten mittlerweile auf weitere Rückgänge hin. Die Marktmeinungen bleiben gespalten: Während die Deutsche Bank und Barclays bei "Halten" bleiben, stuft Morgan Stanley Evonik seit dem 5. Januar mit "Market Weight" ein. Doch die Analysten sind sich weitgehend einig, dass die operativen Erträge für 2026 und 2027 deutlich unter den Erwartungen liegen werden – für 2027 wird ein EBITDA von 1,77 Milliarden Euro prognostiziert, was 10 Prozent unter dem Konsens liegt. Bei einem Aktienkurs von 13,13 Euro und einem RSI-Wert von 15,8, der auf eine extreme Überverkauft-Situation hindeutet, wächst der Druck auf den Vorstand von Evonik. Einige Experten fordern drastische Umstrukturierungen, einschließlich einer möglichen Zerschlagung des Konzerns, um langfristige Herausforderungen zu bewältigen und Aktionärswert freizusetzen.

Evoniks Methionin-Geschäft, einst ein zentraler Gewinnträger, sieht sich nun massiver Konkurrenz durch Chinas aggressive Expansionsstrategie gegenüber. Die Unternehmensführung muss sinkende Gewinnprognosen und eine schwache Marktstimmung bewältigen – während Analysten zu entschlossenem Handeln mahnen, um die Zukunft des Konzerns zu stabilisieren.