03 April 2026, 02:16

Kiekert kämpft ums Überleben: Insolvenzantrag nach Finanzkrise durch chinesischen Eigentümer

Chinesische Aktie mit detaillierten Designs und bilingualem Text in Chinesisch und Englisch.

Chinesischer Eigentümer möchte Kiekert behalten - Kiekert kämpft ums Überleben: Insolvenzantrag nach Finanzkrise durch chinesischen Eigentümer

Automobil-Zulieferer Kiekert beantragt vorläufiges Insolvenzverfahren nach Finanzengpass des chinesischen Eigentümers Lingyun

Der auf Fahrzeugschloss-Systeme spezialisierte deutsche Hersteller Kiekert hat ein vorläufiges Insolvenzverfahren eingeleitet, nachdem sein chinesischer Eigentümer Lingyun zentrale Finanzzusagen nicht erfüllt hatte. Das Unternehmen, das weltweit führend bei Autoverriegelungssystemen ist, beschäftigt 4.500 Mitarbeiter und führt seinen Betrieb vorerst wie gewohnt fort.

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Die Insolvenzanmeldung kam für Lingyun überraschend: Der chinesische Zulieferer gab an, erst durch Medienberichte von dem Schritt erfahren zu haben. Laut der Kiekert-Geschäftsführung entstand die Krise, weil Lingyun die zugesagten Mittel nicht bereitstellte, wodurch Verbindlichkeiten in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro ungedeckt blieben. Vorstandschef Jérôme Debreu warnte, dass der entzogene Marktzugang und die ausbleibende Finanzierung nun das Überleben des Unternehmens gefährdeten.

Kiekert, das Lingyun 2012 übernommen hatte, kämpft seit Jahren unter der Führung des chinesischen Eigentümers mit Schwierigkeiten. Trotz der Turbulenzen sind die Gehälter der 700 deutschen Mitarbeiter vorerst bis November gesichert. Priorität der Geschäftsführung ist es, sich aus dem Einfluss Lingyuns zu lösen, um Wachstum wiederherzustellen und das 168 Jahre alte Familienunternehmen zu retten.

Lingyun hingegen betont, die Eigentümerschaft behalten und an einer Stabilisierung Kiekerts arbeiten zu wollen. Geplant sind Liquiditätsspritzen, die Beseitigung der Insolvenzursachen sowie der Schutz der Gläubigerinteressen. Das vorläufige Verfahren wurde vergangene Woche beim Amtsgericht Wuppertal eingeleitet; die Eröffnung des regulären Insolvenzverfahrens wird für Dezember 2025 erwartet.

Die Zukunft Kiekerts hängt nun davon ab, ob der finanzielle Stillstand mit Lingyun überwunden werden kann. Die Unternehmensführung strebt einen zügigen Ausstieg aus der chinesischen Abhängigkeit an, um wieder Zugang zu Märkten und Finanzmitteln zu erhalten. Bis auf Weiteres läuft der Betrieb weiter – doch der Ausgang des Insolvenzverfahrens wird entscheiden, ob das Traditionsunternehmen mit 168-jähriger Geschichte eine Zukunft hat.

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