30 April 2026, 14:27

Machtkampf bei der Berliner Zeitung: Warum eine Reporter-Legende das Blatt verließ

Zeitung mit dem Text "Demokratische Presse: Eine Wochenzeitung" auf schwarzem Hintergrund.

Machtkampf bei der Berliner Zeitung: Warum eine Reporter-Legende das Blatt verließ

Bei der Berliner Zeitung ist ein Streit entbrannt, nachdem die leitende Reporterin Anja Reich-Osang das Blatt nach 30 Jahren Dienstzeit verlassen hat. Seither tauschen Verleger Holger Friedrich und Medienkritiker Franz Sommerfeld scharfe Vorwürfe über die Umstände ihres Abgangs aus.

Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung stehen Vorwürfe zu redaktionellen Standards und der politischen Ausrichtung der Zeitung. Der Konflikt eskalierte, als Friedrich einen persönlichen Artikel zu Reich-Osangs Ausscheiden veröffentlichte. Er stellte dies als eine routinemäßige Personalentscheidung dar, erntete dafür aber umgehend Widerspruch. Sommerfeld warf der Berliner Zeitung vor, ihre politische Haltung zu ändern, woraufhin Friedrich seine Vorgehensweise verteidigte.

Friedrich wies Sommerfelds Behauptungen als "völligen Unsinn" zurück und warnte, solche Äußerungen könnten Mitarbeiter schädigen. Zudem beschuldigte er den Kritiker, einen "erfundenen Text" über seine Ehefrau verbreitet zu haben, und bezeichnete die Berichterstattung des Medienportals kress als unausgewogen. Auffällig dabei: Friedrich räumte nicht ein, dass sich Sommerfelds Kritik in erster Linie gegen ihn persönlich – und nicht gegen die Zeitung als solche – richtete.

Sommerfeld hatte argumentiert, die Berliner Zeitung habe durch die übermäßige Thematisierung von Reich-Osangs Abgang fragwürdige Behauptungen verstärkt. Friedrich konterte, Sommerfelds eigene Aussagen seien unglaubwürdig und könnten das Team gefährden. Die Debatte hat sich seitdem ausgeweitet, wobei Friedrich die Motive hinter der Kritik infrage stellt.

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Der Schlagabtausch offenbart Spannungen um redaktionelle Unabhängigkeit und Transparenz bei der Berliner Zeitung. Friedrichs Reaktion unterstrich seine Haltung, dass Sommerfelds Vorwürfe haltlos und potenziell schädlich seien. Der Streit bleibt vorerst ungelöst – weitere Stellungnahmen beider Seiten stehen aus.

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