NRW-Wähler setzen neue Prioritäten: Infrastruktur statt Migration im Fokus
Jonas GüntherNRW-Wähler setzen neue Prioritäten: Infrastruktur statt Migration im Fokus
Wählerprioritäten in Nordrhein-Westfalen haben sich deutlich verschoben. An der Spitze der Sorgen stehen nun Infrastruktur, öffentlicher Nahverkehr und Verkehrsprobleme – 31 Prozent der Bürger nennen sie als drängendstes Problem. Migration ist als Hauptanliegen der Wähler in den Hintergrund gerückt.
Die CDU unter Ministerpräsident Hendrik Wüst hat seit Februar drei Prozentpunkte verloren und liegt nun bei 32 Prozent. Auch seine persönliche Zustimmung ist gesunken: 42 Prozent sind zufrieden, 40 Prozent unzufrieden. Die Zufriedenheit mit der Landesregierung insgesamt ist weiter zurückgegangen – nur noch 42 Prozent bewerten ihre Arbeit positiv, während 53 Prozent unzufrieden sind.
Die SPD unter Jochen Ott büßte ebenfalls drei Punkte ein und kommt auf 17 Prozent – fast der Tiefstand des vergangenen Jahres. Die Grünen hingegen legten zwei Punkte zu und liegen nun bei 15 Prozent. Die rechtspopulistische AfD kletterte auf 17 Prozent und ist damit gemeinsam mit den Grünen zweitstärkste Kraft in den Umfragen. Die FDP hat ein Comeback geschafft und überschreitet mit fünf Prozent erstmals seit April 2024 wieder die Fünf-Prozent-Hürde, während die Linke stabil bei sechs Prozent bleibt.
Wirtschaftliche Sorgen belasten die Wähler: Nur 22 Prozent bewerten die wirtschaftliche Lage des Landes als sehr gut oder gut, und 16 Prozent fürchten um ihren Arbeitsplatz. Steigende Kosten schlagen auch auf das Reiseverhalten durch – jeder vierte Bürger hat wegen der Ausgaben Pläne geändert oder abgesagt. Verkehrsbehinderungen verschärfen die Lage: Jeder Vierte gibt an, an einem typischen Wochentag stark von Brückensperrungen betroffen zu sein.
Das politische Klima in Nordrhein-Westfalen ist im Wandel. Infrastruktur und Wirtschaftsthemen dominieren die Wähleragenda. In den Parteienbewertungen gibt es Verschiebungen: Die CDU verliert, während Grüne, AfD und FDP an Zustimmung gewinnen.
